Mode – (k)ein Frustthema

Hallo!

Dieser Blog ähnelt mittlerweile einem kleinen Querschnitt des Feuilltons größerer Tageszeitungen… für mich ist das befremdlich, da ich mich dieser Klientel nicht unbedingt zugehörig fühle und dieses als zu abgehoben, ja fast als snobistisch, betrachte. Deswegen möchte ich heute ein klein wenig damit brechen und mich dem leidigen Thema Mode widmen.

Warum? Weil ich entnervt davon bin, dass wir Frauen und zunehmend auch Männer Schönheitidealen hinterherrennen, die dermaßen vom täglich erlebten abweichen. Schaut man sich in Deutschlands Fußgängerzonen um, so sind dort mehr dicke als dünne Menschen zu sehen. In den Geschäften zeigt sich dagegen eine andere Welt: Ketten führen bei den Damen Kleidergröße 32 ein, Size Zero erscheint als das Einzig Wahre und Ulla Popken führt Kleider ab Größe 42. Nur: Ist man mit einer 42 wirklich dick? Berühmt wurde Marilyn Monroe mit ihrer mit Stolz und Würde getragenen Kleidergröße 42/44. Können Sie/Du sich eine Adele oder eine Beth Ditto in Size Zero vorstellen? Wohl kaum.

Es ist irrig zu glauben, dass meine Wut, die mich zu diesem Blogeintrag verleitete, etwas an der Einstellung der Modebranche ändern wird. Auch Aktionen wie 60-90-60 (siehe dazu  den gleichnamigen Artikel in der Online-Ausgabe des Spiegels) werden nur schwerlich Zugang in die Welt eines Karl Lagerfeld oder Michael Kors finden. Jedoch ist es an der Zeit, dass wir, Männer wie Frauen, uns als solche, die wir sind, erkennen und akzeptieren. Dazu ist es notwendig zu wissen, was wir tragen können, wollen und wofür wir dies brauchen. Was nutzen uns die schönsten Brokat-Kleider (dieses Jahr der große Renner, vorhin habe ich einen wunderschönen Brokat-Samt- durchwirkten blau/schwarzen Hosenanzug gesehen), wenn wir nicht auf die Bälle gehen, die diese verlangen? Wollen wir etwa wie ein Pfau auf Braut-/Bräutigamschau in der Bank auftauchen?
Es sollte ein Memento sein, dass Kleidung immer angemessen zu sein hat. Angemessen mag ein relativer Begriff und immer subjektiv sein, jedoch ist Qualität grundsätzlich wichtiger als Quantität (mag der Preis auch höher sein – der Nutzen, ergo: die Haltbarkeit, eines solchen Kleidungsstückes/Schuhpaares ist wesentlich größer!). Understatement wichtiger als der neueste Trend. Hier ein Beispiel: vor einigen Jahren war der Country-Style groß in Mode. Auf der Höhe dieses Hypes kaufte ich mir eine teure, aufwendig mit Rosen, Ranken und ähnlichem bestickte Bluse. Die obligatorischen Ziernieten gabs obendrauf. Nach zweimaligem, stolzen Tragen der Bluse verteufelte ich mich. Die Bluse wollte zu Nichts so richtig passen. Mal war sie zu auffällig, mal zu opulent, dann wieder fielen die Fransen unangenehm auf. Im Nachhinein dachte und denke ich mir, dass eine andere, vllt. etwas dezentere Bluse auch ihren Reiz gehabt hätte.

Nocheinmal zu meiner Wut… wütend machen mich all die älteren Damen, vornehmlich um die 55 bis etwa 70, die der Meinung sind, dass sie nach wie vor in der jungen Mode-Abteilung einkaufen gehen können. Sicherlich ist es bewundernswert, in diesem Alter noch in Konfektionsgröße 36/38 hineinzupassen. Nur ist es für uns jüngere Frauen, die wir die 36 oder 38 als (utopisches) Fernziel betrachten, schrecklich mitanzusehen, wie diese die kleinen Größen tragen können. Zudem: wieso denken diese Jahrgänge, sie sollten die Mode für junge Mädchen und Frauen tragen? Kaum eine andere Generation wie diese zieht sich extrovertiert und bunt an. Wir jüngeren tragen Einheitslook schwarz, braun, blau und grau, oftmals noch allesamt H&M, Zara, Mago und Co. Das macht mich wütend. Wir sind doch selbstständige, intelligente Frauen. Wieso lassen wir uns das so diktieren? Wieso tragen wir nicht knallpink (im letzten Sommer theoretisch en vogue), Blumenprints (na, wer hat so eine knallbunte Hose?) oder den Hippiestil (so wenig Revolution war noch nie, wie in diesem Jahrzent!) ? Warum nicht?

Damit möchte ich für heute schließen.

Auf bald,

Ihre/Eure Allics

P.S.: Hier noch einige Linktipps:

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