Breitenwirkung

Hallo!

Es ist durchaus belustigend zu sehen, was passiert, wenn man in einem sozialen Netzwerk einen Link zu einem Blog online stellt… Die Leserzahlen steigen sprunghaft, unerwartet-erwartet an und man selbst? Man ist irritiert.

Jaja – die Öffentlichkeit eines Blogs ist vorhersehbar und einkalkuliert. Wieso würden wir sonst schreiben, wenn wir nicht wüssten, dass es JEDE und JEDER lesen kann? Aber: Der Mensch ist vergesslich. Und deswegen ist es dann doch unerwartet, wenn man „aus dem Nichts“ mehr Klicks bekommt, als man erwartet/gewohnt ist.

Ich frage mich, in wie weit wir diese Öffentlichkeit, diese Breitenwirkung wirklich wollen. Es ist notwendig, dass wir uns fragen, ob wir unsere persönliche, evtl. sogar private Meinung der Welt nachhaltig (denn das Internet vergisst nichts) mitteilen wollen.
Eine andere, legitime Frage ist die nach dem Sinn und Nutzen des Blogschreibens, Twitterns, sich in sozialen Netzwerken anpreisen. Was wollen wir? Wieso machen wir das? Denken wir über Sinn und Unsinn dieses, unseres Tuns nach? Kalkulieren wir die mögliche, teilweise unbeabsichtigte Breitenwirkung ein?

Wiederum eine Frage, die allerdings etwas abschweift, ist folgende: Warum brauchen wir so viele Blogs über Bücher, Gesellschaftskritik, Musikkritik, Philosophie und Ähnliches? Ist es nicht bezeichnend, dass WordPress jeden neuen Blog zunächst mit just another WordPress Blog unterschreibt?

 

So, dies also meine Fragen zu Wochenbeginn.
Ich wünsche eine schöne Woche!

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

4 Gedanken zu “Breitenwirkung

  1. Unser Schreiben beruht nicht auf Mitteilungsbedürftigkeit, sondern ergibt sich aus einem tieferen Willen zum Wort. Jeder, der ernsthaft schreibt, kultiviert dabei einen erheblichen Teil seiner Persönlichkeit. – Dies sei gewiss auch auf nicht-literarische Künste bezogen.
    Ohne das ständige Formulieren unseres Selbst wären wir nur halb ausgefüllt und würden statt progressiver Tendenzen in einem Trott verhaftet bleiben.

    • „Kultivierung der Persönlichkeit“ – sehr schön gesagt, Lebensmelodie! Ich bin derselben Meinung. Durch das Formulieren von Gedanken und Ideen gelangen wir zu einem fundierterem Verständnis unserer eigenen Persönlichkeit. An dem durch das geschriebene Wort bezeugte innere Monolog reifen wir.

    • Hallo Lebensmelodie,
      das Schreiben ist in jedem Fall Ausdruck unserer Selbst, bzw. spiegelt unseren inneren Monolog, unsere Reflexionen und Streitgespräche wieder. Gleichzeitig lernen wir durch das Schreiben uns eingehender mit dem Ausdruck unserer Gedanken auseinanderzusetzen. Das Wie ist, denke ich, durchaus entscheidend. Bloses Mitteilungsbedürfnis ist das Bloggen für mich in keinster Weise!

  2. Meiner Meinung nach ist Bloggen ein Teil der aktiven freien Meinungsäußerung. Man stellt Dinge zur Diskussion, beleuchtet sie auf die eigene Art und Weise und findet so gleich Gesinnte oder Diskussionspartner, die anderer Meinung sind.
    Soziale Netzwerke etc. bewegen die Weltgeschichte, wie man unlängst feststellen konnte – manch‘ eine Revolution unserer heutigen Zeit wäre ohne die freie Meinungsäußerung und die Schnelligkeit des Internets nicht ins Rollen gekommen.
    Es ist unsere Art uns in der globalisierten Welt auszutauschen über alles. Das Internet ist nicht das Thema, es ist lediglich die Plattform – wie es früher einmal die Tagespresse (Leserbriefe!), Flugblätter u.ä. waren.

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