Alles, nur kein Plaisir!

Ja – ich weiß schon: es ist einige Tage her, dass ich geblogt habe. Mea culpa, mea maxima culpa! Deswegen mache ich trotzdem keinen Kniefall und beuge mich nicht vor einer virtuellen Menge😉

Nun denn – was macht man als weibliches Wesen, das sich selbst als gläubige Fundamentalrationalistin beschreiben würde? Lesen!

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle eine Liste von zehn Büchern präsentiert, die angedacht waren zu lesen. De facto sind bis jetzt eineinhalb gelesen sowie ein Buch, das nicht auf der Liste stand, das ich aber heute kurz vorstellen möchte: Das schönste Wort der Welt von Margaret Mazzantini.

Dieses Buch war ein Geschenk einer guten Freundin, die mich des öfteren mit anspruchsvoller Gegenwartsliteratur versorgt, nur manchmal nicht ganz meinen Geschmack trifft… Nach längerer Lagerungsphase, beschloss ich, das Buch anzufangen und als Reiselektüre nach Florenz mitzunehmen.

Um wen oder was geht’s? Mazzantini erzählt die Geschichte von  Gemma, einer Frau mittleren Alters, die teilweise in der Gegenwart, teilweise in Rückblenden, die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens Revue passieren lässt. Gemma studierte Italienisch in Rom, verbrachte aber einige Zeit in Jugoslawien und lernte dort die Liebe, aber noch viel mehr die fast unmöglichen Leiden des Lebens kennen.

Jaja, die Leiden! Selten habe ich ein Buch gelesen, das so sehr auf das Leid fixiert war, das so sehr die Grausamkeiten von Mutter Natur, aber auch der menschlichen Natur zeigt. Man leidet die Entwicklung Gemmas in allen Einzelheiten mit, leidet mit all den kleinen Nebencharaktern, leidet, wenn sie sterben, leidet aber am meisten unter dem Zwang, dieses Buch zu Ende lesen zu wollen, in der verzweifelten Hoffnung, es möge doch noch positiv enden.
Mazzantini schafft es, den Leser zu fesseln, ihn in das Buch hinein versinken zu lassen. Es gibt wenige, die das so schaffen. Dennoch ist die Schonungslosigkeit und Verzweiflung, die aus jeder einzelnen Buchzeile spricht, manchmal fast nicht zu ertragen.

Das schönste Wort der Welt ist alles, nur kein Plaisir. Und trotzdem lege ich es jedem ans Herz, der eine starke Frau auf ihrem Leidensweg begleiten möchte und für sich selbst lernen will, dass jedes Leid irgendwie eine Auflösung erfährt…

 

Margaret Mazzantini, Das schönste Wort der Welt, 704 Seiten. DuMont Buchverlag, 2011. 12€ broschiert, 22,99€ gebunden.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

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