Öfter mal ‚was Neues

Hallo!

Wer erinnert sich noch an den gigantischen Stromausfall in Nordamerika vor einigen Jahren? Zwei, drei Tage ging nichts mehr: Weder Aufzüge noch Kühlschränke, weder Drehtüren noch Radios…

Und heute? Heute hat eine Explosion in einem Umspannwerk große Teile Münchens lahm gelegt. Zwar nur für etwa eine halbe Stunde (teilweise auch länger), aber schon diese kurze Zeitspanne zeigte, wie abhängig wir von technischen Automatismen geworden sind. Menschen blieben in Aufzügen stecken, Garagen waren nicht zu öffnen, U- und S-Bahnen konnten nicht länger fahren – die Mobilität wurde fundamental eingeschränkt.

Wirklich? Statt dem Aufzug hätte man die Treppe nehmen können (bei 14. Stockwerken durchaus diskussionswürdig, aber es geht ums Prinzip – und die Gesundheit!), statt elektrischer Rolltore hätte man mechanische Tore einbauen können und statt U- und S-Bahnen könnte der geneigte Stadtmensch ebenso laufen oder radeln.

Das Problem ist aber schnell ausgemacht: Zum Einen der Faktor „Zeit“. Wir glauben, dass mit Technik alles schneller und besser wird, was aber nicht immer stimmt. Zum Anderen der Faktor „Innerer Schweinehund“ (aka Bequemlichkeit). Wer will schon in der Kälte laufen, wenn er sich mit zig anderen Menschen ein stickiges U-Bahnabteil teilen kann? Wer will schon die Treppe hochlaufen, wenn man den Aufzug nehmen kann? Wer will schon auf seine Tiefkühlpizza oder das Fertiggemüse verzichten?

Ja, Technik ist nicht immer das Beste. Ich bin nicht gegen Technik, ich nutze sie jeden Tag. Aber es sollte uns, trotz Zeitmangel u.ä. wichtig sein, auf unsere Gesundheit zu achten. Mit ein bisschen mehr weniger Technik tun wir uns einen großen Gefallen und machen uns weniger abhängig von ihr.

 

Noch einen schönen Tag,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Ein Gedanke zu “Öfter mal ‚was Neues

  1. Liebe Allics,
    danke für diese nachdenklichen Worte. Ich möchte Ihnen eine Erfahrung meinerseits schildern, die ich vor dreieinhalb Jahren machen durfte und die mir ebenfalls bereits vor Augen geführt hat, wie abhängig sich unsere Gesellschaft von modernen Kommunikations- und Transportmitteln macht:

    Ich hatte einen Flug gebucht und wollte ein paar Tage im schottischen Nichts verbringen. Waren Sie schon einmal in Schottland? Außerhalb der größeren Städte ist das Wort Nichts tatsächlich noch gleich bedeutend mit unberührter Natur, Einsamkeit, Stille und dem Mangel an Zivilisation und Infrastruktur. Jedenfalls, ich komme am Flughafen an und möchte noch einmal überprüfen, ob ich auf dem Mobiltelefon angerufen wurde bzw. Mitteilungen bekommen habe. Ich suche meinen Rucksack und meinen Koffer durch, kann jedoch mein Telefon nicht finden. Mir wird daraufhin klar, dass ich es wohl zu Hause vergessen haben muss und für mich bricht eine Welt zusammen: Wie soll ich die kommende Woche überleben, ohne Kontakt nach Hause zu meiner Familie, zu meinen Freunden, aufnehmen zu können? Können Sie sich vorstellen, wie sehr ich mich während der Wartezeit am Flughafen geärgert habe, dass ich mein Mobiltelefon vergessen habe? Was wenn ich es dringend brauche? Was soll ich tun, wenn ich krank werde?

    Irgendwann während des Fluges dachte ich dann so: So what, ich werd’s überleben. Auf Reisen bin ich bislang noch nie krank geworden, also was soll schon passieren? Ist es wirklich so schlimm, dass ich nicht fünf Tage ohne Mobiltelefon auskomme? Nein, ich habe es überlebt. Es war eine sehr besondere Erfahrung, einmal nicht ständig erreichbar zu sein oder jemanden schnell anrufen zu können, auch wenn ich zugeben muss, dass es in manchen Situationen sehr schön gewesen wäre, einfach zu wissen, dass ich im Prinzip einfach nur in meine Tasche greifen müsste, um zu Hause anzurufen. Aber ich habe es überlebt, wie man sieht, und das obwohl ich tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben auf einer Reise krank wurde.

    Ich kam zurück und habe natürlich gleich einen Blick auf das Telefon geworfen, es aber gleich wieder weg gelegt und gedacht: „Eigentlich brauch ich dich nicht. Es war auch so sehr schön, ich konnte auch ohne dich überleben.“

    Jedoch hätte es auch anders kommen können: Am Tag nach meiner Rückkehr wurde erst der britische, dann der gesamte nordeuropäische Luftraum gesperrt, weil der Eyjafjallajökull ausbrach. Wäre dies ein paar Tage früher geschehen, hätte ich riesige Probleme bekommen, da ich nur ein paar Tage nach dieser Reise meine Abiturprüfungen schreiben musste. Auch dann hätte ich mit Sicherheit Möglichkeiten gefunden, rechtzeitig nach Hause zu kommen, aber dennoch wurde mir klar, wie abhängig ich auch in diesem Falle war, rechtzeitig mein Flugzeug nach Hause zu erwischen. Und wie abhängig wir doch alle von den neuesten Errungenschaften der Technik sind. Dennoch möchte ich jedem empfehlen, einmal ein paar Tage ohne ein bestimmtes Kommunikationsmittel auszukommen, das wird eine sehr prägende Erfahrung sein!

    Herzliche Grüße
    Travelhms

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