Papa fugit

Hallo,

nein, Allics ist nicht tot und auch nicht in der Versenkung verschwunden. Sie hat nur keine Zeit auf all die Dinge, die momentan durch die Medien wogen zu reagieren, geschweige denn sich einem ihrer Lieblingssujets, der Kultur, zu widmen.

Nun, die Entwicklungen im Vatikan sind interessant. Da ist also dieser in das Greisenalter gekommene baierische Lausbub, der fern der Heimat im goldenen Käfig saß und brav das machte, was ihm andere (wohl gegen seinen Willen) auftrugen… Gestern hat er beschlossen, dass er keine Lust  mehr hat. Dass er, der der Pflicht verbundene, rein rational denkende Kirchenvater auch ein Recht auf Freiheit und Ruhe hat, fern der Intrigen.

Ist das Eskapismus? Ist das Resignation? Ist das modern? Diese Fragen schallten gestern durch die Medien. Belustigung, tiefer Respekt, Sarkasmus und bodenlose Unverschämtheiten wurden feilgeboten. Sicher, diese Fragen stellen sich. Sicher, die Exegese dieses Übergangspontifikats, dieses Nachklapps zum (über)großen Papst Johannes Paul II. wird noch länger andauern. Aber schon heute, nicht einmal 24 Stunden nach seiner Ankündigung des Rücktritts, hat sich ein Bild verfestigt.
Benedikt XVI. sei ein Relikt, ein Dinosaurier einer Zeit, die schon längst vergangen sei. Er beharre auf Werten, die überholt seien, stelle sich nicht der Realität.

Wie soll aber ein Mensch, diesen überbordenden Anforderungen genügen? Wie seinen Landsleuten, wie denjenigen, die nie zufrieden sein werden?
Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Der Papst hat sein durchaus Bestes versucht, sich den Missbrauchsskandalen gegen den Widerstand beispielsweise der irischen Bischöfe gestellt, sich den Missständen in der Vatikanbank gestellt. Und ist doch auf bitterste Weise an seinen Mitarbeitern fast zerbrochen.
Es ist nicht so, dass alles besser wurde oder alles schlechter. Benedikt hätte es aber verdient, verstanden zu werden. Dafür hätten wir ihm nur einmal zuhören müssen, uns auf das einlassen müssen, was er in seinen bemerkenswerten Reden gesagt hat…

Das ist das Drama um Benedikt. Uns geschähe es Recht, wenn wir wiederum einen deutschen Papst bekämen, der uns die Leviten läse und mit voller Wucht den fast biblisch anmutenden Saustall, pardon, wie Jesus seinerzeit den Tempel, säubern würde.

 

 

Nun denn, ich habe meinen Senf dazugetan und entschwinde wieder aus dem virtuellen Raum. Mögen wir uns weiter zerfleischen!

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

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