Woody Allen – Manhattan (1979)

Hallo,

vor zwei Jahren sah ich im Kino Midnight in Paris – und war gefangen. Weniger von der Handlung, als von den wunderschönen, atmosphärischen Bildern. Ein Jahr später sah ich From Rome with Love und war wiederum von den Bildern gefangen.

Und nun fand ich gestern Manhattan. Ich fing gleich an, diesen mir anzusehen… und bin leider noch nicht fertig (heute Abend aber dann). Trotzdem: Auch Manhattan zeichnet sich durch schöne Bilder aus, die New York mehr als nur treffend charakterisieren: Das hektische Treiben, der Sport, die Bauarbeiter, die schönen Frauen hinterherschauen, die Beschaulichkeit, die einen vergessen macht, dass man in einer solch großen Stadt ist und natürlich: Die Intelektuellen.

Da ist Isaac (gespielt von Woody Allen – es kann nur sein Alter Ego sein, wenn nicht er unter anderem Namen), der, momentan mit einer bildhübschen und intelligenten 17-jährigen (Mariell Hemingway) zusammen, sich in die Affaire seines besten Freundes, der, bien sure, verheiratet ist, verliebt (Diane Keaton). Selten habe ich einen Charakter wie der von Keaton gespielte gesehen, der mir so auf die Nerven geht, mit ihrem „Ich bin aus Philadelphia!“ und dem als solches wohl überzeichnetem (oder ist das die Realität?) Pseudo-Intelektuellengehabe. Und dann ist da noch Jill (Meryl Streep), die Ex-Ehefrau Nr. 2 von Isaac, die ein Enthüllungsbuch über die gemeinsame Ehe schreibt und zu allem Überfluss auch noch lesbisch ist…

Der Plot mag vielleicht 0815 wirken, es durchaus auch sein. Doch der Fokus ist nicht so sehr auf den Plot gelegt, als vielmehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen per se. Wer mit wem, wann und warum? Kann es sein, dass man glücklich verheiratet ist und trotzdem nebenbei Affairen hat? Schon nach zwanzig Minuten drängte sich bei mir der Verdacht auf: Die sind doch alle unfähig! Wie kann man sich hinter so schrecklichen Phrasen wie „Meine Ehe ist wundervoll und ich liebe meine Frau über alles, aber das mit Tracy ist etwas besonderes!“ verstecken?
Für mich entlarvt Woody Allen in Manhattan die Unfähigkeit dieser Clique, sich zu binden, aber auch die Sinnleere des allzu klugen Geschwafels New Yorker Intelektueller, die von Literatenkaffee zu Ausstellung zu Parks weiterziehen…

Ach ja, die Bilder… die sind wirklich schön und verklären New York zu dem, was wir sehen wollen. Eine größere Hommage gibt es wohl nicht…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

2 Gedanken zu “Woody Allen – Manhattan (1979)

  1. Ja, das ist allerdings oft bei Woody Allen so, der Plot – erzählt man ihn anderen – erscheint simpel. Denn es geht ja auch stets um simple Dinge, Liebe, Sehnsucht, oftmals Angst und Enttäuschung. Und vor allem die menschliche Limitierung, das ewige: man kann halt nicht alles haben. Das ist im Grunde in fast jedem Allen-Film so, „Zelig“ fällt mir da gerade als Ausnahme ein.
    „Manhattan“ ist allerdings in der Tat die Blaupause für vieles gewesen was später kam bei Allen, die Bildsprache ist fast das wichtigste an dem Film. Wobei die Tragikomik wunderbar ist, erneut. Allein wie er da so von seiner Frau für eine andere Frau sitzen gelassen wird. Und die schreibt dann auch noch ein Buch über ihre Ehe mit ihm…
    Dann schau dir noch seinen wichtigsten Film an, den „Stadtneurotiker“, dann biste komplett „im Bilde“.
    LG
    David/EAL

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