Karl Henckell – Bei München

Bei München

Sonnenwind kräuselt
Grausilberne Weiden,
Eschen und Pappeln
Durchspielt seine Hand,
Auf vollen Wipfeln
Die Blicke weiden
Am auenlustigen Isarstrand.

In Schmuck und Fülle,
Uferkränzend,
Der Englische Garten
Herüberwinkt –
Aus blauen Lüften,
Seidenglänzend,
Ein Sonnenschleier
Auf München sinkt.

Die spitzen Türme
Der Ludwigskirche
Steigen so zierlich Schlank empor,
Weiße Möwen
Wiegen und tauchen
Aus grünen Wellen
In Ätherflor.

Von Brück‘ zu Brücken
Kreisen sie weiter,
Bis wo inmitten Athene steht,
In edler Ruhe
Das Stadtbild schirmend,
Daß Kunstentzücken
Hier nie vergeht.

Von deutschen Städten
Keine vertauschen
Möcht‘ ich der schönen,
Heimisch vertraut,
Die Brunnen durchrauschen,
Brücken krönen,
Von Meisterhänden
Weltheiter gebaut.

 

Hallo,
München – ein Gesamtkunstwerk! Das wurde mir gestern klar, als ich mit Bekannten, die München nicht gut kennen, erklärte, was man sich hier denn so alles ansehen könne. Erster Impuls: Gar nix. Niente. Nada. Halt stop. Da war doch was… der Hofgarten, der Englische Garten, der Liebfrauendom, die Theatiner, das Museumsareal, das Kinofestival, die Innenstadt an sich, das Umland, und so weiter.
Manchmal fällt uns gar nicht auf, wie schön es da ist, wo wir sind. Dieses Gedicht von Henckell veredeutlichte mir mit seiner klaren, verspielten, ja fast modernen Sprache, wie schön es hier doch sein kann.
Wo wohnt Ihr, liebe Leser? Gefällt es Euch dort im tristen Alltag? Schonmal darüber nachgedacht, eine Touristenführung durch die nächste Stadt zu machen? Nein, bestimmt nicht. Wieso auch?😉

In diesem Sinne,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

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