Gravity (2013)

Hallo,

wer kennt sie nicht? Immer wiederkehrende Alpträume, die uns über lange Zeiträume, bisweilen gar unser ganzes Leben begleiten.

Mein persönlicher Alptraum ist folgender: Ich schwebe im Weltall, alles um mich herum ist schwarz, durchsetzt mit kleinen Lichtern entfernter Sterne. Verzweifelt versuche ich die Erde zu erreichen, die sich mir in all ihrer Schönheit darbietet. Doch je mehr ich es versuche, desto mehr zieht mich eine unsichtbare Kraft hinfort…

Nun läuft mit Gravity bereits seit einigen Wochen ein Kinofilm, der mit einem ganz ähnlichen Sujet spielt: Ein Astronaut und eine Ärztin arbeiten an einer Raumstation, als die Trümmer eines versehentlich abgeschossenen, russischen Satelliten ihre Raumstation treffen und diese zerstören. Wie aber nun zurück auf die Erde kommen, wenn das Ziel zwar klar vor Augen ist, aber der Sauerstoff immer knapper wird und die nächstgelegene Raumstation zum Großteil zerstört ist?

Gravity ist der Film gewordene Alptraum schlechthin. Und ja, zu Recht bekommt er bei vielen Kritikern Bestnoten. Aber warum?

Weil Gravity ein Kammerspiel par excellence ist. Ganz minimalistisch wird neben der Handlung und der Eingrenzung auf einen Ort (wenn man das Weltall als einen Raum definiert),selbst die Anzahl der Schauspieler (lediglich zwei Schauspieler tragen diesen Film: Sandra Bullock und George Clooney), auf ein Minimum reduziert. Noch minimalistischer geht es beim Schnitt zu: Rasante Schnitte Fehlanzeige. Minutenlange Einstellungen des Weltraums, Ryan Stone (Sandra Bullock), wie sie sich zu einem Fötus zusammenrollt, Matt Kowalsky (George Clooney) wie er in der unendlichen Weite des Weltraums erst immer kleiner wird und dann gänzlich verschwindet, während seine Lieblingsmusik uns noch einige Minuten begleitet – das ist in diesem Film Normalität.
Daneben besticht der Film, obwohl er im auf das Extremste technisierten All (ohne Technik funktioniert dort kein Leben) spielt, durch eine wohltuende Armut an Technik. Vielmehr stehen die Ängste, die Verzweiflung Ryan Stones im Vordergrund. All das, was uns auf Erden alltäglich erscheint, was wir verdrängen, rollt dann über uns hinweg, wenn wir alleine, fern aller Welt, losgelöst von allem Irdischen sind. Da ist das Traumata, dass die vierjährige Tochter beim Spielen tödlich verunglückte, da ist die Sehnsucht beten zu können, da ist die Seligkeit, nach einer monströsen Odyssee wieder an Land zu kommen…

Ich könnte hier ewig weiterschreiben… Regisseur Alfonso Cuarón ist hier ein in sich schlüssiges Meisterwerk gelungen, das in seiner Stille und Anmut weitaus schlimmer ist, als so mancher Thriller. Eine Winzigkeit herauszuheben aus diesem Epos geht nicht. Es ist ein Kunstwerk.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s