Bob Seger – Hollywood Nights

He’d headed west ‚cause he felt that a change
Would do him good
See some old friends, good for the soul
She had been born with a face that would her
Get her way
He saw that face and he lost all control
He had lost all control

Hallo,

in letzter Zeit wurde es hier etwas ruhiger und betulicher. Deswegen heute wieder etwas lauterere, Energie-geladenere Musik, die zum Mitgrölen und durchaus Mittanzen anregt.

Wenn man den Text eingehender liest, liest man in Kurzfassung eine Liebesgeschichte, die scheinbar nur L.A. schreiben kann und die seltsam vertraut erscheint, wenn man den Film Rock of Ages kennt. Ob das ein Zufall ist? Wohl kaum, denn dieser Film ist als Remineszenz an die endenden Glanzzeiten des Rock’n Roll darstellt. Schade eigentlich, dass Hollywood Nights kein Teil dieses Filmes wurde, der reich an einschlägigen Liedern, aber ebenso reich an Sarkasmus ist.

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

szenz

Gravity (2013)

Hallo,

wer kennt sie nicht? Immer wiederkehrende Alpträume, die uns über lange Zeiträume, bisweilen gar unser ganzes Leben begleiten.

Mein persönlicher Alptraum ist folgender: Ich schwebe im Weltall, alles um mich herum ist schwarz, durchsetzt mit kleinen Lichtern entfernter Sterne. Verzweifelt versuche ich die Erde zu erreichen, die sich mir in all ihrer Schönheit darbietet. Doch je mehr ich es versuche, desto mehr zieht mich eine unsichtbare Kraft hinfort…

Nun läuft mit Gravity bereits seit einigen Wochen ein Kinofilm, der mit einem ganz ähnlichen Sujet spielt: Ein Astronaut und eine Ärztin arbeiten an einer Raumstation, als die Trümmer eines versehentlich abgeschossenen, russischen Satelliten ihre Raumstation treffen und diese zerstören. Wie aber nun zurück auf die Erde kommen, wenn das Ziel zwar klar vor Augen ist, aber der Sauerstoff immer knapper wird und die nächstgelegene Raumstation zum Großteil zerstört ist?

Gravity ist der Film gewordene Alptraum schlechthin. Und ja, zu Recht bekommt er bei vielen Kritikern Bestnoten. Aber warum?

Weil Gravity ein Kammerspiel par excellence ist. Ganz minimalistisch wird neben der Handlung und der Eingrenzung auf einen Ort (wenn man das Weltall als einen Raum definiert),selbst die Anzahl der Schauspieler (lediglich zwei Schauspieler tragen diesen Film: Sandra Bullock und George Clooney), auf ein Minimum reduziert. Noch minimalistischer geht es beim Schnitt zu: Rasante Schnitte Fehlanzeige. Minutenlange Einstellungen des Weltraums, Ryan Stone (Sandra Bullock), wie sie sich zu einem Fötus zusammenrollt, Matt Kowalsky (George Clooney) wie er in der unendlichen Weite des Weltraums erst immer kleiner wird und dann gänzlich verschwindet, während seine Lieblingsmusik uns noch einige Minuten begleitet – das ist in diesem Film Normalität.
Daneben besticht der Film, obwohl er im auf das Extremste technisierten All (ohne Technik funktioniert dort kein Leben) spielt, durch eine wohltuende Armut an Technik. Vielmehr stehen die Ängste, die Verzweiflung Ryan Stones im Vordergrund. All das, was uns auf Erden alltäglich erscheint, was wir verdrängen, rollt dann über uns hinweg, wenn wir alleine, fern aller Welt, losgelöst von allem Irdischen sind. Da ist das Traumata, dass die vierjährige Tochter beim Spielen tödlich verunglückte, da ist die Sehnsucht beten zu können, da ist die Seligkeit, nach einer monströsen Odyssee wieder an Land zu kommen…

Ich könnte hier ewig weiterschreiben… Regisseur Alfonso Cuarón ist hier ein in sich schlüssiges Meisterwerk gelungen, das in seiner Stille und Anmut weitaus schlimmer ist, als so mancher Thriller. Eine Winzigkeit herauszuheben aus diesem Epos geht nicht. Es ist ein Kunstwerk.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Kino, Musik und das Leben

Hallo,

cuncta fluunt – diese Weisheit aus Ovids Metamorphosen begleitet jeden von uns alltäglich. Heute so, morgen so, heute hier, morgen dort. Immer und überall bewegt sich etwas, Türen öffnen sich und andere schließen sich. Da weiß man manchmal gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Ich auch nicht. So viele Eindrücke scheinen über mir einzubrechen, dass es etwas Zeit braucht, all diese zu ordnen und zu, pardon, verdauen.

Letzte Woche besuchte ich gemeinsam mit Anhang (Entschuldige, Andra! 😉 ) ein wundervolles Zaz-Konzert auf dem Münchner Tollwood. Wer dieses ökologische-multi-culti Festival nicht kennt, der sei auf die Webseite verwiesen und dem sei dieses Festival mit seinen Kleinkunstbühnen, dem großen Musikzelt, aber v.a. der gemütlichen Stimmung ans Herz gelegt – und *hier* geht’s zur Seite.
Doch zurück zum Konzert. Wie bereits letzte Woche versprochen, wollte ich eine kleine Nachkritik zu diesem kleinen, aber feinen Konzert schreiben, was auf Grund vielerlei Umstände nicht klappte. Jedoch bleibt festzuhalten, dass Zaz-Konzerte mehr als nur ein bisschen zu empfehlen sind. Zaz ist eine Künstlerin, die wirklich Musik macht, die aus dem tiefsten Herzen kommt, die musikalisch erste Sahne ist und deren Band unfassbar gut aufeinander abgestimmt ist und nicht zu letzt durch ihre Vielfältigkeit (jeder konnte etwa drei Instrumente spielen) oder durch ihren Gesag besticht.

Daneben spielten Kinofilme eine größere Rolle in den letzten Wochen. Papadopolous & Sons (hier geht’s zur IMDB) ist ein kurzweiliger Film über Self-Made Griechen in Großbritannien, die über die Finanzkrise stolpern – sehenswert, aber unbedingt auf Englisch ansehen, sonst ist der Witz dahin!
Als zweiter Film stand The Place beyond The Pines auf dem Programm. Nur so viel: Amerikanische Roadmovies sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Zu viel Psycho, zu düster, zu frustrierend. Aber halt – ist das nicht der Film, der allseits so gelobt wurde? Ja, genau der. Wer anstrengend-bemühte Filme mag, die nicht wirklich neu sind und trotz ihres Independend-Status‘ seltsam klischee-beladen sind, der möge sich diesen ansehen.
Als dritter und vorläufig letzter Film stand Die Unfassbaren – Now You See Me auf dem Programm. Mhm… manche sagen „Worst film ever“, manche (wie z.B. die SZ-Feuilltonisten) schwärmen in den höchsten Tönen von ihm. Mein Urteil beläuft sich auf ein: Nicht schlecht, viele unerwartetere Wendungen, durchaus unterhaltend, aber schlussendlich unfertig-fertig.

 

Und sonst? Sonst treibt mich das Leben… heute hier, morgen dort. Wer weiß schon, wo ich morgen sein werde?

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Risky Business

Hallihallo,

schon wieder ein Video? Ja, schon wieder. Ich stolpere momentan über zu viele Videos, die mich an Dinge erinnern oder einfach nur zum Lachen bringen. So wie dieses. Tom Cruise muss man nicht mögen, aber dieses Video ist Kult. Und immer wieder belustigend anzuschauen. Schade eigentlich, dass ich diesen Film, Risky Business nocht nich gesehen habe…

Nächste Woche dann wieder mal einen Buchrezension,
ein schönes Wochenende noch,
Ihre/Eure Allics

Mademoiselle Populaire

Hallo!

Im Kino herrscht momentan Flaute. Dachte ich… dann aber fand ich am Donnerstag Abend eine kurze Videokritik zu einem Film, dessen Titel mich faszinierte: Mademoiselle Populaire.

In diesem Film geht es, ganz dem Klischee verhaftet, um eine junge Französin, die, um der Verlobung mit dem Sohn des Automechanikers zu entfliehen, in die nächste Stadt geht und Sekretärin werden will. Aha? Komischer Plot? Naja, man muss wissen, dass Mademoiselle Populaire in den 1950er Jahren spielt und dementsprechend mit bezaubernden Klischees spielt: Rose (Déborah Francois), so der Name der Protagonistin, ist blond, etwas naiv und heilos in ihren Chef (Louis Échard) verliebt. Der Chef wiederum ist Weltkriegsveteran, Schürzenjäger, hat einen amerikanischen Freund, dessen Frau vor langer Zeit mal seine Verlobte war,… Sollte der Eindruck entstehen, dass sich dies nach Doris Day und Rock Hudson anhört – ja, dann ist das wohl korrekt. Doch der Film besticht durch sein Gesamtkunstwerk. Im Mittelpunkt steht neben der sich – bien sur! –  anbahnenden Romanze eine Schreibmaschine. Ja, eine Schreibmaschine… Denn Rose ist überaus talentiert im Umgang mit der Schreibmaschine, was wiederum ihren Chef verleitet, sie zu einem Schreibmaschinenschnellschreibwettbewerb anzumelden…

Ob das sehenswert ist? Ein Film, der vorgibt, er sei aus den 1950er Jahren, der sich durch ein Ambiente auszeichnet, dass man vergisst, dass wir 2013 schreiben und Cary Grant und Co. nicht schon lange tot sind…?
Ja, in jedem Fall! Selten habe ich mich in einem Film so wohlgefühlt, so geschmunzelt, wenn nicht lauthals das Prusten angefangen, oder auch nur so aufgehoben gefühlt. Dieses Kabinettstückchen ist das Kinodebut des bisdahin Video- und Werbefilme drehenden Régis Roisard und wirklich gelungen. Die Musikauswahl unterstreicht das durchaus französische Flair, die Kameraeinstellungen sind detailliert, aber passend und v.a. das Szenebild sowie die Kostüme runden diesen Film zu einem sehr schönen, unterhaltsamen und auch anregenden Kinofilm ab.

Wenn man die Chance hat, Mademoiselle Populaire zu sehen, dann sollte man diese in jedem Fall nutzen. Am besten an einem schönen Sonntagnachmittag und danach einen Kaffee trinken gehen – wahlweise mit der besten Freundin oder der/dem Partner/in.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

P.S.: Diesen Film lege ich auch den Herren der Schöpfung ans Herz! Auch ihr werdet schmunzeln und prusten und lachen, glaubt’s mir 😉

Woody Allen – Manhattan (1979)

Hallo,

vor zwei Jahren sah ich im Kino Midnight in Paris – und war gefangen. Weniger von der Handlung, als von den wunderschönen, atmosphärischen Bildern. Ein Jahr später sah ich From Rome with Love und war wiederum von den Bildern gefangen.

Und nun fand ich gestern Manhattan. Ich fing gleich an, diesen mir anzusehen… und bin leider noch nicht fertig (heute Abend aber dann). Trotzdem: Auch Manhattan zeichnet sich durch schöne Bilder aus, die New York mehr als nur treffend charakterisieren: Das hektische Treiben, der Sport, die Bauarbeiter, die schönen Frauen hinterherschauen, die Beschaulichkeit, die einen vergessen macht, dass man in einer solch großen Stadt ist und natürlich: Die Intelektuellen.

Da ist Isaac (gespielt von Woody Allen – es kann nur sein Alter Ego sein, wenn nicht er unter anderem Namen), der, momentan mit einer bildhübschen und intelligenten 17-jährigen (Mariell Hemingway) zusammen, sich in die Affaire seines besten Freundes, der, bien sure, verheiratet ist, verliebt (Diane Keaton). Selten habe ich einen Charakter wie der von Keaton gespielte gesehen, der mir so auf die Nerven geht, mit ihrem „Ich bin aus Philadelphia!“ und dem als solches wohl überzeichnetem (oder ist das die Realität?) Pseudo-Intelektuellengehabe. Und dann ist da noch Jill (Meryl Streep), die Ex-Ehefrau Nr. 2 von Isaac, die ein Enthüllungsbuch über die gemeinsame Ehe schreibt und zu allem Überfluss auch noch lesbisch ist…

Der Plot mag vielleicht 0815 wirken, es durchaus auch sein. Doch der Fokus ist nicht so sehr auf den Plot gelegt, als vielmehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen per se. Wer mit wem, wann und warum? Kann es sein, dass man glücklich verheiratet ist und trotzdem nebenbei Affairen hat? Schon nach zwanzig Minuten drängte sich bei mir der Verdacht auf: Die sind doch alle unfähig! Wie kann man sich hinter so schrecklichen Phrasen wie „Meine Ehe ist wundervoll und ich liebe meine Frau über alles, aber das mit Tracy ist etwas besonderes!“ verstecken?
Für mich entlarvt Woody Allen in Manhattan die Unfähigkeit dieser Clique, sich zu binden, aber auch die Sinnleere des allzu klugen Geschwafels New Yorker Intelektueller, die von Literatenkaffee zu Ausstellung zu Parks weiterziehen…

Ach ja, die Bilder… die sind wirklich schön und verklären New York zu dem, was wir sehen wollen. Eine größere Hommage gibt es wohl nicht…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Abendlicher Rundumschlag

Hallo!

Zur Zeit schreibe ich nicht viel, dabei hätte ich so viel zu erzählen! Von entglittenen Filmeabenden, die in unsäglichen Musikorgien endeten, von Kinobesuchen, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden, von Plänen, die umgesetzt werden wollen (natürlich alle auf einmal), von Heinos Rachefeldzug, von Sexismus, der gehypt wird und vielleicht falsch behandelt wird…

Nur, mir fehlt die Zeit! Wo soll ich anfangen, wenn alles auf einmal passiert?

Aber, das ist wohl immer so, manchmal eben mehr, manchmal weniger… Aber fangen wir vielleicht vorne an.

Letzte Woche stand einmal mehr der monatliche Filmeabend an. Nach ausgibigen Diskussionen, welcher Film denn nun angesehen werden sollte, entschieden wir uns ganz autoritär für The Tourist (auch bekannt unter dem Titel „De Turi“). Eine Entscheidung, die wohl nicht ganz so befriedigend war, wie etwa der Dezember-Film über die Blues Brothers. Und dennoch ist dieser Film sehenswert, alleine deswegen, weil Johnny Depp sich in der Rolle als leicht trotteliger Mathe-Lehrer an Komik selbst überbietet. Angelina Jolie ist einfach zu dürr und stereotyp, als dass sie weiter Beachtung finden soll…
Doch der Abend entglitt… wir endeten in einer wüsten 1990er Musik-Session, die von den verschiedensten Häppchen gekrönt wurde: Right Said Fred, Wes, Dr. Alban, Alcazar, Britney Spears, und vielen anderen mehr. Dass da so manch einer die Hände über dem Kopf zusammenschlug, wurde uns erst später bewusst…

Heino? DER Heino? Bist Du wahnsinnig, so was zu hören? So eine plumpe Cover-Version! Jegliche Ironie weg! Schrecklich! Jaja, das war nicht nur eine Reaktion auf Heinos Junge, das er den Ärzten munter entriss. Doch es gibt auch andere Meinungen: Laut Silke Burmester, ihres Zeichens Kolumnistin beim Spiegel, hat es Heino allen gezeigt (hier geht’s zur Kolummne) und sich ganz wacker geschlagen… kein Grund zur Aufregung!

 

Und so könnte ich weiter schreiben und erzählen, aber die Zeit fehlt. Deswegen gibt’s in den kommenden Tagen wieder allerlei aus der Dampfschreiberei der Allics… 😉

Auf bald,
Ihre/Eure Allics