Zitat am Abend (01.11.2013)

Wir sind noch nicht mal an der Startlinie zur Informationsgesellschaft. Aber es gibt diese Sorge in den Industrieländern, ob sie die richtige Infrastruktur haben, das richtige Ausbildungssystem und den Unternehmergeist, der erforderlich ist, um bei diesem Rennen eine führende Rolle spielen zu können.

Bill Gates

Hallo,

muss man diese Sentenz großartig erklären? Nein. In Zeiten von #Neuland, NSA und Internet 3.0 ist es vielmehr wichtig zu erkennen, dass wir, die achso informierte Mediengesellschaft, nicht kompetent sind, nicht fähig, die uns dargebotenen Chancen zu nutzen und entstehende Problemfelder anzugehen. Dazu fehlt uns der (Wage-)Mut. Leider.

In diesem Sinn,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Rizzle Kicks – Lost Generation

Hallo,

heute zur Feier des Gewitters mal Gesellschaftskritik via Musikvideo 😉
Bis gestern hatte ich noch nie etwas von Rizzle Kicks gehört, doch in einem Chartsüberblick aus den USA stolperte ich über dieses Lied. Erst begeistert von der Musik, die mich irgendwie an Conquest of Paradise, in jeden Fall aber an die 1990-er erinnerte, dann später auch von dem Text setzte ich mich ein klein wenig mehr mit den Rizzle Kicks auseinander. Das Hip-Hop Duo aus Brighton dürfte vielen aus Oly Murs‘ Heart Skips a Beat bekannt sein. Doch darüber hinaus zeichnen sie sich durch beruhigende Musik, gute Texte und Tiefenentspannung aus (einfach mal Earl Grey anhören!).

Gerade das richtige also für diesen spannungsgeladenen Sommer, in welchem wir trotz widrigerer Umstände (Wetter, Ägypten, Währungskrise,…) nicht komplett den Kopf in den Sand stecken sollten – mit dem passenden Soundtrack dazu!

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Anything goes?

Hallo,

jaja, schon interessant, was so alles in den Panorama- und Feuilltonteilen so angesprochen wird und doch nicht wirklich diskutiert wird…

Gesellschaftlich ist seit der #Aufschrei-Debatte eine um die andere Kuh durchs Dorf getrieben worden: Sei es der Fall Hoeneß, das Phänomen Merkel oder das Kartoffel-Kartell. In letzter Zeit fanden sich in den großen Zeitungen der bundesdeutschen Republik auch immer wieder Artikel über Daniel Cohn-Bendit und Äußerungen dessen aus den 1970ern über Pädophilie.

Diese Debatten zeigen, dass das Anything-goes-Prinzip, das gerne zitiert wird, bei weitem nicht funktionstüchtig ist: Die Aufschrei-Debatte demonstrierte, dass wir Frauen bei weitem nicht immer die gleichen Chancen haben, dass wir nicht gleichberechtigt sind und immer noch zu oft als das schwache Geschlecht deklariert werden. Der erste Aufschrei war groß, die Medien voll von Debatten, wütenden Kommentaren und entrüsteten Zwischenrufen. Doch jetzt sind die Wogen wieder geglätteter und die gesellschaftliche Debatte eingeschlafen. Wir müssen und fragen: Sind wir heute, in einer post-feministischen Gesellschaft weiter? Haben wir erreicht, was wir erreichen wollten? Sind wir frei? Sind wir gleich?

Die Debatte um Cohn-Bendit wiederum wirft die Frage auf, ob anything überhaupt gehen darf. Welche moralischen Leitsätze haben heute noch Gültigkeit, welche beeinflussen uns? Religiöse Leitsätze haben Deutschland geprägt und haben in unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung Eingang gefunden. Gleichzeitig wurden in den letzten Wochen diese Leitsätze in Frage gestellt – ein Vorgang, der „normal“ ist, denn Recht ist immer ein Produkt seiner Zeit. Und doch ist die Frage zu stellen, welche Leitsätze unsere Gesellschaft prägen sollen und müssen. Wo sind Grenzen? Wo Freiheiten? Was ist wichtig? Was unwichtig?

Ich denke, dass die Frage nach einer gesellschaftlichen Debatte durchaus angemessen ist. Wir sollten und müssen uns vor allem fragen: Wie soll Deutschland im 21.Jahrhundert aussehen?

 

In diesem Sinne,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Wohnzimmer-Report

Hallo,

heute gar nicht so viel, sondern nur ein kleiner Link, der mich vor einiger Zeit sehr bewegt hat. Es geht um Familienportraits aus der DDR.

Christian Borchert, so der Name des Fotographen, besuchte Mitte der 1980er Jahre unzählige Familien und portraitierte diese. Mitte der 1990er Jahre besuchte er die Familien wieder und machte erneut ein Foto. Die leider schon vergangene Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft – Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-1989“ zeigte eine Auswahl dieser Bilder mit teils frappierenden Unterschieden.

Borcherts Bilder zeigen auf sehr eindrucksvolle Art und Weise, wie sich Familien ändern. Mal wächst die Familie, mal altert sie „nur“, mal dividiert sie sich und erscheint zehn Jahre später gänzlich neu… Zugleich zeigt diese Fotoserie, wie sich Zeit per se ändert, d.h., wie sehr sich Mode ändert. Ja, eigenlich keine Überraschung. Aber es zeigt doch, wie wandelbar wir sind…

Ich empfehle diese Fotoserie sehr und nochmehr, einen Blick in die eigene Fototruhe, sei sie nun digital ode analog, zu werfen. Es lohnt sich!

Wer Interesse an einem kleinen Einblick in diese Fotoserie hat, der kann bei einestages unter diesem Link: http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a25945/l0/l0/F.html#featuredEntry fündig werden.

 

Viel Spaß beim Stöbern und schöne Christi Himmelfahrt!

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Kulturschock

Hallo!

Einen Kulturschock habe ich dieses Wochenende erlebt. Einen, von dem ich wusste, dass es ihn gibt, jedoch nicht wusste, wie krass er ist… bis, ja bis, Newtown geschah.

Amerika ist anders, ohne Frage. Amerika lebt eine gänzlich andere Kultur als wir, die wir in good old Europe leben. Freiheit ist uns ein hohes Gut. Aber das Recht Waffen zu tragen? Sich jeder Zeit mittels Waffengewalt zu verteidigen, das ist uns – zum Glück! – nicht gewährt. So also erleben wir angesichts der Debatte, ob und wenn ja, inwiefern, die Waffennutzung in den Vereinigten Staaten eingeschränkt werden könnte/sollte, eine unvorstellbare National Rifle Association (NRA), die mit allen Mitteln darauf dringt, die in der US-amerikanischen Verfassung garantierte Waffennutzung, zu „bewahren“.

Diese Lobbygruppe ist ein wahrer Kulturschock für alle, die Sicherheit in der Freiheit als eines der höchsten Güter unserer Zivilisation ansehen. Verquer mutet die Argumentation an, dass das Massaker hätte eingedämmt werden können, wenn die Lehrer sich mit Waffen hätten verteidigen können. Schusswechsel vor den Augen kleiner Kinder an sich sind schon schlimm genug – aber dem noch die Krone aufsetzen, indem sie selbst zu „aktiven“ Teilnehmern in solch einem Horrortrip werden? Muss man ihnen das zumuten?

Vielleicht ist das unsere Sicht, die US-amerikanische ist eine andere. Für uns mag unvorstellbar sein, was für wieder andere Gang und Gäbe ist.
Es ist „normal“, seelische Grausamkeiten von Kindern fernzuhalten, sie, so gut es geht, zu schützen, ja sie möglicherweise in einen Wattebausch zu packen, nur damit sie „sicher“ sind. Es erscheint „anormal“, Kinder mit und neben Waffen zu erziehen.

Kultur ist auch das: Komplett unterschiedliche Auffassungen verschiedener Gesellschaften zu ein und demselben Thema. Und dennoch… ein schaler Geschmack bleibt.

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Red Flag

Red Flag

Cast off the crutch that kills the pain,
The red flag waving never meant the same,
The kids of tomorrow don’t need today,
When they live in the sins of Yesterday.

Cast off the crutch that kills the pain,
The red flag waving never meant the same,
The kids of tomorrow don’t need today,
When they live in the sins of Yesterday.

Well I’ve never seen us act like this,
Our only hope is the minds of kids,
And they’ll show us a thing or two.

Our only weapons are the guns of youth,
It’s only time before they tighten the noose,
And then the hunt will be on for you.

The red flag waving never meant the same,
NO
The red flag waving never meant the same,

Cast off the crutch that kills the pain,
The red flag waving never meant the same,
The kids of tomorrow don’t need today,
When they live in the sins of Yesterday.

Cast off the crutch that kills the pain,
The red flag waving never meant the same,
The kids of tomorrow don’t need today,
When they live in the sins of Yesterday.

[Green Day]

Hallo!

Mehr Warnung als dieses Lied geht nicht. Wir sollten uns alle fragen, was wir unseren (möglichen) Nachkommen einmal hinterlassen wollen und wie wir ihnen erklären wollen, dass unsere Systeme krank und marode, dass Werte anachronistische Überbleibsel und die Welt ein sterbender Planet ist.

Irgendwann müssen wir weitergehen als zuvor und neue Wege bestreiten, gemeinsam.

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Weil ich ein Mädchen bin

Hallo!

Ja, weil ich ein Mädchen bin und dazu stehe, muss hier nun eine kleine Ausführung zum Thema „Diamanten-Kapitalismus“ geschrieben werden.

Schon als kleine Mädchen zeigt und diese schöne, funkelnde Welt wunderhübsche Barbies in rosa, mit tollen, glitzernden Krönchen, Ballkleidern und Schuhen, für die wir in späteren Jahren durchaus gerne morden würden.

Wir würde ja sowieso für recht viele Dinge morden. Für einen Tiffany Ring, den uns ein Prinz, natürlich auf dem weißen Pferd, vor einem Schlösschen überreicht, für einen Kuss von XX (bitte Namen des präferierten Schauspielers/Schwarms einsetzen), für eine Birkin-Bag, für… was weiß ich alles.

Wir übersehen dabei, dass materielle Werte weitaus weniger wichtig sind als die immateriellen. Gerade jetzt, in der vorweihnachtlichen Zeit bestürmen uns die Geschäfte mit Angeboten, Glitzer und Trara.

Im Radio wird seit einiger Zeit eine sehr berührende Werbung gesendet: Es geht um ein kleines Mädchen, das ihrem Vater eine Kiste zu Weihnachten schenkt. Ihr Vater öffnet sie, doch sie ist leer. Der Vater ist ungehalten und belehrt seine Tochter, dass sie doch wisse, dass man zu Weihnachten nicht Nichts verschenke. Darauf weint die Tochter und erklärt, dass sie die Kiste doch bis oben hin mit Küssen angefüllt habe…
Ja, wir übersehen, dass weniger manchmal mehr ist und es nicht auf den Preis, sondern den Herzens-Wert ankommt. Wir übersehen, dass Kleidung für 4-10€ pro Teil großes Leid für andere Menschen bedeutet. Wir übersehen, dass Outdoor-Bekleidung voll von Chemikalien und Öl ist. Wir übersehen das Leid in dieser Welt, in unserer Stadt, in unserem eigenen Leben.

Weil ich ein aufgeklärtes Mädchen in einer unaufgeklärten Welt bin und nicht länger darüber hinwegsehen kann und will, schreibe ich diesen Blog. Weil ich ein Mädchen bin, das in einem glitzernden Kapitalismus groß geworden ist, kann ich nur schwer aus meiner Haut. Und dennoch versuche ich mein bestes und hoffe, Dich/Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zum Nachdenken/zur Diskussion anzuregen.

Auf bald,
Ihre/Eure Allics