Kulturschock

Hallo!

Einen Kulturschock habe ich dieses Wochenende erlebt. Einen, von dem ich wusste, dass es ihn gibt, jedoch nicht wusste, wie krass er ist… bis, ja bis, Newtown geschah.

Amerika ist anders, ohne Frage. Amerika lebt eine gänzlich andere Kultur als wir, die wir in good old Europe leben. Freiheit ist uns ein hohes Gut. Aber das Recht Waffen zu tragen? Sich jeder Zeit mittels Waffengewalt zu verteidigen, das ist uns – zum Glück! – nicht gewährt. So also erleben wir angesichts der Debatte, ob und wenn ja, inwiefern, die Waffennutzung in den Vereinigten Staaten eingeschränkt werden könnte/sollte, eine unvorstellbare National Rifle Association (NRA), die mit allen Mitteln darauf dringt, die in der US-amerikanischen Verfassung garantierte Waffennutzung, zu „bewahren“.

Diese Lobbygruppe ist ein wahrer Kulturschock für alle, die Sicherheit in der Freiheit als eines der höchsten Güter unserer Zivilisation ansehen. Verquer mutet die Argumentation an, dass das Massaker hätte eingedämmt werden können, wenn die Lehrer sich mit Waffen hätten verteidigen können. Schusswechsel vor den Augen kleiner Kinder an sich sind schon schlimm genug – aber dem noch die Krone aufsetzen, indem sie selbst zu „aktiven“ Teilnehmern in solch einem Horrortrip werden? Muss man ihnen das zumuten?

Vielleicht ist das unsere Sicht, die US-amerikanische ist eine andere. Für uns mag unvorstellbar sein, was für wieder andere Gang und Gäbe ist.
Es ist „normal“, seelische Grausamkeiten von Kindern fernzuhalten, sie, so gut es geht, zu schützen, ja sie möglicherweise in einen Wattebausch zu packen, nur damit sie „sicher“ sind. Es erscheint „anormal“, Kinder mit und neben Waffen zu erziehen.

Kultur ist auch das: Komplett unterschiedliche Auffassungen verschiedener Gesellschaften zu ein und demselben Thema. Und dennoch… ein schaler Geschmack bleibt.

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

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Kulturplakate

Hallo!

Kultur ist (auch) Kunst. Das zumindest beweist eine Fotoserie des Cicero-Magazins mit dem spröden Titel „Die besten Kulturplakate 2012“ (hier zu finden).

Die Kunst ist hier Mittel zum Zweck: Sie versucht durch Gestaltung von Plakaten auf Kultur, auf kulturelle Ereignisse wie etwa Ausstellungen, Theaterstücke oder Kindermusikfestivals (sehr farbenfrohes Plakat: Klong) aufmerksam zu machen.

Gestalterisch voll auf der Höhe der Zeit: schwedisch-kühl, apple-bunt und unappetitlich-sarkastisch („I have been in you„) – so präsentieren sich die Plakate dem Betrachter. Ist das „unsere“ Kultur? Was sagt das über die kulturellen Events aus? Reizen sie uns intellektuell, fordern sie uns auf, diese Angebote zu nutzen? Oder fallen sie nicht weiter auf? Reihen sie sich ein in eine unendliche Fülle von Werbung, die unsere Augen tagtäglich zu Gesicht bekommen? Sind die Plakate förderlich oder hinderlich, sind sie ansprechend oder anstoßend? Fragen über Fragen!

 

Welche Plakate sprechen Sie/Euch, liebe Leser, an? Welche stechen aus der Masse heraus? Ihre/Eure Meinung würde mich brennend interessieren!

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Leben wir Kultur?

Hallo!

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Begriff „Kultur“. Es wird mir dabei immer klarer, dass dies alles andere als ein leichter Begriff ist. „Die“ Definition  gibt es nicht. Alleine der Duden schlägt fünf Deutungsmöglichkeiten vor…

Hier diejenigen, die recht plausibel sind – und dennoch viele Fragen aufwerfen.

[Kultur ist die …]

  1. Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung.
  2. Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen.

[Quelle: Duden, Stand: 10.12.2012]

Kultur ist also alles, was den Menschen final von anderen Tieren unterscheidet: Sprache, Wissenschaft, Literatur, Musik, Kunst, … Der zweite Satz definiert Kultur weiterhin als raumzeitlich, lokal gebundenes Konstrukt eben genannter „Leistungen“.
Ist Kultur also losgelöst von zunächst lokalen, später globalen, Zusammenhängen zu betrachten? Gibt es keine Interdependenzen zwischen einzelnen Kulturen? Gibt es keine Entwicklung hin zu einer weltweiten Mainstreamkultur?

Ja, Kultur zu begreifen ist nicht einfach.Vor allem die immer wieder hochkochende Debatte um eine (deutsche) „Leitkultur“ zeigt, wie kontrovers dieses Konstrukt der Kultur ist.

 

In den nächsten Tagen und Wochen möchte ich mich mit Kultur, bzw. einigen Teildisziplinen wie etwa Literatur, Kunstkonsum oder auch Musik beschäftigen und fragen: Leben wir Kultur?

 

 

Bis dahin,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Revenue

Hallo!

Nun denn – auch die kurzweiligste Reise neigt sich dann und wann ihrem Ende entgegen und der Alltag fängt den Reisenden wieder ein. So auch mich…

Florenz war das Ziel dieses Städte-Kultur-Tripps, ein durchaus länger gehegter Wunsch, der endlich erfüllt wurde.
Nach längerer, aber angenehmer Zugfahrt erreichten wir Firenze am frühen Morgen. Nach einem kurzen Café (Café meint hierbei einen Espresso) ging es auf in die Stadt, die ihres gleichen sucht. Noch ohne Touristenströme, dafür mit vielen Florentinern, die ihre Stände aufbauten, erkundeten wir die Stadt. Kaum zu glauben, aber wahr: Florenz ohne Touristen kann fast bedrückend leer wirken…

Der erste Höhepunkt war der Dom – oder soll ich eher sagen: der erste Schock in einer Reihe nicht enden wollender Schocks, die mir diese Stadt verabreichte? Über und über geschmückt mit schönstem Carrara-Marmor, der auf den ersten Blick nichts schönes an sich hat, stand man dort mit offenem Mund. Schockstarre machte sich breit. Wie soll man solch einen Bau fassen? Wie?
Jaja, die Renaissance vollbrachte schon wahre Meisterwerke… aber das tun die Italiener bis heute; sie scheffeln mit Religion Geld, dass man sich wundert, wo denn – um Himmels Willen – der Unterschied zwischen Religion und Kommerz liegen mag: Der Besuch von so mancher Kirche, und sei sie noch so „unbedeutend“, kostete Geld und einiges an Geduld für die Schlange. Andererseits: Das Warten lohnte sich ausnahmslos!

Apropos Warten: Florenz ist weitaus erträglicher, wenn man bereit ist, seine Eintrittskarten zu Museen u.ä. zu etwas teureren Konditionen (zumeist 4€) zu kaufen. So erspart man sich das Warten.

Was habe ich überhaupt angesehen? Die Klassiker Dom, Santa Croce, Santa Maria Novella, Orsanmichele, den Bargello, die Uffizien, die Accademia, die Loggia dei Lanzi, den Palazzo Pitti und noch einiges mehr, was unbekannter ist.
Es ist jedem selbst überlassen, was er sich ansieht und es hängt sicherlich vom persönlichen Geschmack ab, ob die gotische Kunst, die im Obergeschoss der Accademia gezeigt wird gefällt, oder doch eher die Fassadengestaltungen eines Leon Battista Alberti wie etwa in Santa Maria Novella – aber jeder/jedem Florenzreisendem sollte bewusst sein, dass Florenz keine leichte Stadt ist. Leicht in dem Sinne, als dass es Mut braucht, sich auf diese Stadt, die wie keine andere von der Renaissance lebt, sie repräsentiert, einzulassen. Macht man dies nicht, so wird es schwer, einen Zugang zu dieser kleinen, quirligen Stadt zu finden.

Mein Tipp: Man bewaffne sich mit einem kleinen Stadtplan, Rucksack, der etwas Wasser, ein wenig Nahrung und für alle Notfälle ein Pflaster-Blasen-Set enthält, mache sich auf den Weg durch diese Stadt und nimmt sich die Zeit auch außerhalb des Centro Storico und des Dombezirks nach schönen Ecken wie etwa den Boboli-Gärten oder der Oblaten-Bibliothek (ein Geheimtipp! Wo, wird nicht verraten, aber unbedingt suchen – es lohnt sich 😉 ) zu suchen.

Ich für meinen Teil werde wieder kommen und mich dann in aller Ruhe in der florentinischen Leder-Schule verlustieren…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Auf gepackten Koffern

Hallo!

Wer erinnert sich noch an meinen Kulturmarathon? Ja, im Sommer habe ich mir doch etwas mehr Kultur und Kunst angetan, als in einer Woche gut ist… 😉

Aber: ich bin ein Kunst begeistertes Wesen und so sitze ich denn auch schon wieder auf gepackten Koffern und kann es kaum erwarten, italienischen, besser gesagt: florentinischen Boden unter den Füßen zu haben.

Florenz ist vermutlich der Schlusspunkt meiner diesjährigen Reisen, die mich an die verschiedensten Orte der westlichen Hemisphere trugen.
Was steht auf dem Plan? Die Klassiker Uffizien, Bargello, Accademia, Dom, Ponte Vecchio und viele mehr. Wie das in drei Tagen gehen soll ist noch ungewiss – aber es wäre irrig zu glauben, man könne nicht nicht 10 Stunden über schönstes Kopfsteinpflaster traben! 😉

Neben den ganz große Dingen richte ich mein Augenmerk auf die Reliefs eines gewissen Lorenzo Ghiberti. Ghiberti schuf die überaus meisterlichen und eindringlichen Reliefs an zwei der Portale des Baptisteriums zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Über sie habe ich bereits viel gelesen – aber es ersetzt eben nicht die Realität. Mal schaun, ob sie tatsächlich so schön sind, wie sie schienen…

Sollten sich einige Leser fragen, ob auch Shopping auf dem Programm steht, so beantworte ich das mit: Ja! Aber Shopping im klassischen Sinne wohl eher weniger. Mir sind die italienischen Dolci viel wichtiger als so manches Reisesouvenir…!

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich (vorraussichtlich) für die nächsten Tage, wünsche Dir/Ihnen, lieber Leser eine schöne Zeit und verbleibe mit herzlichem Gruß,

auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

 

P.S.: Ein Reisebericht wird sicherlich folgen…!

Sechs Gebote für besseren Journalismus

Auf meiner täglichen Reise durch die Weiten des WorldWideWebs fand ich eben einen Artikel mit dem schönen Titel „Sechs Gebote für besseren Journalismus“. Dieser Beitrag des Cicero Magazins greift die aktuellen Probleme der (deutschen) Medien- und Presselandschaft, mit besonderem Augenmerk auf den eklatanten Qualitätsverlust der Fernsehsendungen und mancher Leitartikel.

Es ist gut, dass durchdringt, wie schlecht es um die (deutsche) Medien- und Presselandschaft bestellt ist. Es wäre noch besser, wenn man zu handeln begänne und nicht nur analysieren würde. Am besten wäre es, sofort damit zu beginnen.

Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Lest selbst!

 

Viele Grüße,

Eure/Ihre Allics