Bilderkunst

Hallo,

momentan beschäftigt die Onlinegemeinde wieder einmal unsere Kanzlerin, Frau Merkel. Nach dem großen Aufreger nun als die Hipstermerkel. Was soll man sagen? Belustigend? Die Kanzlerin als Trendsetterin?

Schaut man sich die BIlder auf tumblr (hier geht’s zu den Bildern) einmal an, so könnte man denken, die Bilder stammten direkt aus den 1980-er Jahren: Scheußlicher Blazer, Frisur ohne Worte, Setting langweilig. Nunja – leider erscheint dieses Foto auch wie ein Ausbund an Modernität, eben aus Hipster-Sicht. Sicherlich ist dies Geschmackssache. Auffällig ist doch aber, wie spießig das Bild an sich ist und wie die diversen Filtermanipulationen dies noch unterstreichen. Ein simpler bräunlicher Filter z.B. streicht die grobe Musterung des Blazers heraus – das erinnert doch schwer an Omas ollen Blazer, den sie zur Firmung vor langer Zeit trug. Die Frisur erinnert an Prinz Eisenherz und nicht an die mächtigste Frau der Welt. Stil? Nicht vorhanden.

Oder doch? Das nunmehr neun Jahre alte Bild suggeriert, dass es aus den 1980-ern stammen könnte. Gleichwohl ist es auch heute, im Jahr 2013, modern, eben aus Hipster-Sicht. Das spräche doch für einen zeitlosen Stil, oder zuminedst dafür, dass wir in Deutschland dreisig Jahre nicht wirklich weiterentwickeln, modisch/stilistisch gesehen…

Betrachtet man davon losgelöster die Bilder an sich, so entsprechen sie voll der momentanen Mode: relativ schnörkellos, farblich zurückgenommen, bisweilen krachend und voll von Anspielungen. Meiner Meinung nach sind die BIlder nicht durchweg, aber doch zum Großteil gelungen und durchaus künstlerisch, wenn auch nicht das innovativste.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Bilder begutachten und Meinung bilden!

 
Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Symbiotische Beziehungen

Hallo,

es gibt Dinge, die passen zusammen: Topf und Deckel, Schlüssel und Schloss, Faust und Auge – oder Musik und Kunst.

Manchmal ist es schwer, diese Kongruenz zu entdecken. Man muss von ihr wissen und kann sie dann bewundern. Gerade im Fall von Musik und Kunst, sei es nun Malerei oder Lyrik, ist es interessant zu sehen, dass, kennt man das passende „Gegenstück“ sich das eine ohne das andere gar nicht mehr vorstellen kann. Beispiele gefällig? Ovids Metamorphosen in Kombination mit Berninis Skulpturen. Schuberts Vertonungen beispielsweise des Gdichts Der Tod und das Mädchen von Matthias Claudius. Oder eben Richard Strauß‘ Also sprach Zarathustra anhören und dabei vor Ferdinand Hodlers symbolistischen Bildern, etwa dem Thuner See, meditieren.

Dieses Ineinandergreifen oder Ineinanderübergehen, das Verwischen von Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen der beaux arts ist immer wieder beeindruckend. Je länger ich über diese Symbiosen nachdenke, desto mehr versinke ich regelrecht in ihnen. Je mehr ich mich damit beschäftige, umso mehr faszinieren mich diese.

Man sollte eigentlich darüber nachdenken, Ausstellungen breiter anzulegen. Gerade die Sujets des 19. Jahrhunderts drängen regelrecht darauf, disziplinübergreifend gedacht zu werden: Musik neben Kunst, neben Plakaten und vor allem neben dem Film. Eine Ausstellung, die dies geschafft hat, war die Schwarze Romantik im Frankfurter Städel. Aber das würde jetzt zu weit führen, eingehender darüber zu schreiben…

 

Halten wir fest: Die Symbiose zwischen den Künsten ist berührend, umfassend und es eindeutig wert, sich damit auseinanderzusetzen. Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen dazu bringen, sich damit zu beschäftigen! 😉

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

2013 – und die Welt wird doch nicht untergeh’n!

Hallo!

Auch die schönste Herbstauszeit, … äh Winterauszeit hat einmal ein Ende und frau/mann muss sich wieder in den trüben, regnerischen Alltag stürzen.

Immerhin haben wir schon zwei Weltuntergänge in den letzten Wochen überlebt und so bin ich frohen Mutes, dass wir auch den 31.12.2013 erleben werden 😉 Bis dahin wünsche ich Ihnen, liebe Leser, ein erfolgreiches, buntes, lautes & stilles, freudiges & besinnliches neue Jahr 2013.

Nun, was wird 2013 für mich bereithalten? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Oder doch… vielleicht einen Umzug, vielleicht Urlaub in Italien (mal wieder) und hoffentlich in Großbritannien, vielleicht… Ja, alles vielleicht, Nichts gewiss.
Gewiss ist aber, dass yourenotme in die nächste Runde gehen wird, mit dem Üblichen Sammelsurium an Musik, Büchern, Kunst, Gesellschaftsbla, philosophischen Einsprengseln und natürlich einigen Reiseberichten. Und vielleicht der ein oder anderen Überraschung!

Beschließen möchte ich’s heute mit einem Gedicht von Peter Rosegger, einem österreichischen Dichter (1843 – 1918):

Gedicht zum Neuen Jahr

Ein bißchen mehr Friede und weniger Streit,
Ein bißchen mehr Güte und weniger Neid,
Ein bißchen mehr Liebe und weniger Haß,
Ein bißchen mehr Wahrheit – das wäre doch was!

Statt so viel Unrast ein bißchen mehr Ruh‘,
Statt immer nur Ich ein bißchen mehr Du,
Statt Angst und Hemm

ung ein bißchen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln – das wäre gut!

Kein Trübsal und Dunkel, ein bißchen mehr Licht,
Kein quälend Verlangen, ein bißchen Verzicht,
Und viel mehr Blumen, solange es geht,
Nicht erst auf Gräbern – da blüh’n sie zu spät!

 

Da bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer:
Auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

 

P.S.: Derweil wird schon an weiteren Themen gearbeitet… Lasst Euch überraschen!

Kulturplakate

Hallo!

Kultur ist (auch) Kunst. Das zumindest beweist eine Fotoserie des Cicero-Magazins mit dem spröden Titel „Die besten Kulturplakate 2012“ (hier zu finden).

Die Kunst ist hier Mittel zum Zweck: Sie versucht durch Gestaltung von Plakaten auf Kultur, auf kulturelle Ereignisse wie etwa Ausstellungen, Theaterstücke oder Kindermusikfestivals (sehr farbenfrohes Plakat: Klong) aufmerksam zu machen.

Gestalterisch voll auf der Höhe der Zeit: schwedisch-kühl, apple-bunt und unappetitlich-sarkastisch („I have been in you„) – so präsentieren sich die Plakate dem Betrachter. Ist das „unsere“ Kultur? Was sagt das über die kulturellen Events aus? Reizen sie uns intellektuell, fordern sie uns auf, diese Angebote zu nutzen? Oder fallen sie nicht weiter auf? Reihen sie sich ein in eine unendliche Fülle von Werbung, die unsere Augen tagtäglich zu Gesicht bekommen? Sind die Plakate förderlich oder hinderlich, sind sie ansprechend oder anstoßend? Fragen über Fragen!

 

Welche Plakate sprechen Sie/Euch, liebe Leser, an? Welche stechen aus der Masse heraus? Ihre/Eure Meinung würde mich brennend interessieren!

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Konrad!

Wer ist Konrad? Das werden sich wohl einige denken. Konrad ist ein guter Freund der Familie. Ein Hallodrie, ein schräger Vogel, ein Sammler und Heimatforscher. Es gibt Nichts, was er nicht hat, was er nicht in den Untiefen seines vollgestopften (Hexen-)Hauses findet. So auch heute: Wir besuchten ihn und redeten… Plötzlich sagte er: „Du, Mädel, was interessiert Dich? Was willst Du haben?“ Hm… keine allzu schwere Frage für eine Büchernärrin wie mich: Bücher, Bücher, Bücher!

Nun denn, sprach der Meister und entführte mich in den großen, dunklen Keller. Dort durfte ich nach Herzenslust Bücher suchen und, so der Meister es erlaubte, diese für mich beanspruchen. Welche Freude!! Also begann ich zu stöbern und entdeckte… Raritäten der besonderen Art: Biedermeierskizzen, vollendete wie unvollendete, Aquarelle des 19. Jahrhunderts und natürlich wundervolle, leicht in die Jahre gekommene und daher verstaubte Bücher in deckenhohen, alten, aber selbstgezimmerten Regalen. Ein Traum! Konrad ließ mich alleine stöbern… eine kleine Ewigkeit später kehrte ich jauchzend aus dem Keller zurück und bekam noch mehr Schätze gezeigt: Folianten aus den 1920er Jahren, Standardwerke über Malerei, Plastiken, Geschichten meiner Heimat und alte Fotos aus längst vergangener Zeit…

Ein traumhafter Nachmittag ging mit Blitz und Donner zu Ende – ob ich die Reise in eine magische Welt voller Bücher wiederholen würde? Immer und immer wieder, denn was wäre die Welt ohne Bücher?

Auf bald,

Ihre/Eure verzauberte Allics

Leland Bobbé

Jeder ist wohl schon einmal einer Drag-Queen begegnet und war vielleicht irritiert, verwundert oder auch begeistert. Für mich sind solche Begegnungen ein Erlebnis. Diese Männer, die durch ihre Stilisierung zu Kunstobjekten mehr Mut beweisen als Max und Maria Mustermann, fallen mit ihrem extremen Make-up, ihren Perrücken und ihrer extravaganten Kleidung auf. Sie fallen auf in einer Welt, die darauf bedacht ist, nicht aufzufallen.

Zufällig stieß ich heute bei der Süddeutschen Zeitung auf die Bilderserie Half-Drags des amerikanischen Fotographen Leland Bobbé. Diese Reihe von Photographien, die die Drag-Queens teils als Drag-Queens, teils als „normale“ Männer zeigt, zeugt von außerordentlicher Sensibilität und einer – für mich – erstaunlichen Schönheit. Bobbé schafft es, die Künstlerinnen, die sich z.B. „Maddelyn Hatter“ oder „Azraea“ nennen, in dem Zwispalt zu zeigen, in dem sie sich befinden: sie sind zwischen Kunst und Realität gefangen. Dieser Blick hinter die „Kulissen“ eines menschlichen Kunstwerks ist unheimlich spannend und faszinierend.

Ich kann jedem empfehlen, sich diese Bildergalerie anzusehen und sich sein eigenes Urteil zu bilden!

Wer mehr über Leland Bobbé erfahren möchte, tut dies am besten auf seiner Blogseite.

Einen schönen Abend noch, auf bald,

Ihre/Eure Allics