Neustart in Büchern und Musik gedacht

Hallo,

es ist wieder so weit! Ich ziehe vom Herzen Europas wieder zurück ins bairische Herz: München. Ob ich mich freue? Naja, die letzten Monate, in denen ich viel reiste und viele interessante Menschen kennenlernte, sind nun vorbei, aber es kommen auch wieder neue, spannende Dinge, auf die ich mich ebenso freue.

Dabei begleitet mich wieder einmal ganz viel Musik (und ebenso viele Bücher, die noch aus dem Urlaub in u.a. Wigtown, der schottischen Bücherhauptstadt, stammen). Was das so alles ist? Ein buntes Potpourri. aber seht selbst! Zu jedem Lied ein Buch 😉

Haim – Don’t save me und dazu Milan Kunderas The unbearable lightness of being. Einfach, weil beim Hineinlesen in dieses Buch der Eindruck entsteht, dass Depression und Freude zusammengehören. Weil es ruhig und schön ist – wie dieses Lied der eigenwilligen Schwestern. Daneben Smith and Burrows – When The Thames Froze in Kombination mit Tad Williams‘ Tailchaiser’s song, meiner momentanen Lektüre. Tailchaiser ist ein kleiner, noch sehr junger Kater, der auf der Suche nach seiner Spielkameradin Hushpad ist und dabei so wunderschöne/schreckliche (?) Dinge erlebt, dass dieses Lied, das trotz der Kritik hoffnungsfroh ist, für mich zu diesem Buch passt und mich nun begleitet. HMBC – Häuptling der Indianer geht nicht oder gerade deswegen doch mit: Gardens of the Moon von Steven Erikson. Achtung! Stilbruch! Ich weiß noch nicht, was mich erwartet… Beim Stöbern, was denn so in den letzten Jahren an Musik in Deutschland produziert wurde, stlperte ich über: Vierkanttretlager. Deren Lied Fotoalbum bekommt von mir J. K. Rowlings Casual Vacancy bei Seite gestellt, weil – Achtung, wieder abstruse Synapsenverbindung – Cover und das beschwingte Akkordeon des Songs mich aneinander denken ließen. Generell ist das Lied nicht gerade positiv, aber dennoch mollig-kuschlig-gemütlich. Wieder eine Assoziation zur Handlung des Rowlingschen Krimis…
Franz Schubert Moment musical, op. 94 no 3 gespielt von Vladimir Horowitz Hand in Hand mit einer literarischen Roman-Biographie über Wallis Simpson von Rebecca Dean. Wallis Simpson mit all ihren Diamanten, ihren angeblichen Liebschaften und Ausschweifungen verlangt m.M.n. nach etwas, das leichtfüßig, aber dennoch in die Tiefe geht. Denn wer weiß schon von der doch recht unschönen Kindheit der Wallis Simpson? Eben. Last but not least Aviciis Hey brother beim Blick in viel zu viele Tageszeitungen. aber das kommentiere ich jetzt lieber nicht 😉

 

So, das war er nun, der kleine Ausblick auf Musik und Bücher, die mich momentan begleiten und teils auch bewegen. Ich hoffe, es war für den ein oder anderen eine kleine Anregung dabei!

 

Viel Spaß beim Reinhören und/oder Stöbern!
Auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

 

 

Karl Henckell – Bei München

Bei München

Sonnenwind kräuselt
Grausilberne Weiden,
Eschen und Pappeln
Durchspielt seine Hand,
Auf vollen Wipfeln
Die Blicke weiden
Am auenlustigen Isarstrand.

In Schmuck und Fülle,
Uferkränzend,
Der Englische Garten
Herüberwinkt –
Aus blauen Lüften,
Seidenglänzend,
Ein Sonnenschleier
Auf München sinkt.

Die spitzen Türme
Der Ludwigskirche
Steigen so zierlich Schlank empor,
Weiße Möwen
Wiegen und tauchen
Aus grünen Wellen
In Ätherflor.

Von Brück‘ zu Brücken
Kreisen sie weiter,
Bis wo inmitten Athene steht,
In edler Ruhe
Das Stadtbild schirmend,
Daß Kunstentzücken
Hier nie vergeht.

Von deutschen Städten
Keine vertauschen
Möcht‘ ich der schönen,
Heimisch vertraut,
Die Brunnen durchrauschen,
Brücken krönen,
Von Meisterhänden
Weltheiter gebaut.

 

Hallo,
München – ein Gesamtkunstwerk! Das wurde mir gestern klar, als ich mit Bekannten, die München nicht gut kennen, erklärte, was man sich hier denn so alles ansehen könne. Erster Impuls: Gar nix. Niente. Nada. Halt stop. Da war doch was… der Hofgarten, der Englische Garten, der Liebfrauendom, die Theatiner, das Museumsareal, das Kinofestival, die Innenstadt an sich, das Umland, und so weiter.
Manchmal fällt uns gar nicht auf, wie schön es da ist, wo wir sind. Dieses Gedicht von Henckell veredeutlichte mir mit seiner klaren, verspielten, ja fast modernen Sprache, wie schön es hier doch sein kann.
Wo wohnt Ihr, liebe Leser? Gefällt es Euch dort im tristen Alltag? Schonmal darüber nachgedacht, eine Touristenführung durch die nächste Stadt zu machen? Nein, bestimmt nicht. Wieso auch? 😉

In diesem Sinne,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Zitat am frühen Morgen (14.06.13)

 

Berlin-Mitte ist nicht das wahre Leben.

Sigmar Gabriel

Hallo,

heute mal das Zitat am Abend am frühen Morgen. Tja, da hat er nu‘ einmal wirklich recht, der Siggi, seines Zeichens SPD-Vorsitzender. Blöd nur, dass München-Marienplatz, Frankfurt-Willy Brandt Platz, Stuttgart-Villa Reitzenstein oder New York-Times Square auch nicht wirklich das wahre Leben ist… Alles ist irgendwie stilisiert und lebensnah und trotzdem lebensunwirklichklich. Also: Wo ist das wahre Leben? Was ist das überhaupt? Irgendjemand eine Idee?

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Can you feel the spirit?

Hallo,

ne, ich bin nicht anglophil, wirlich nicht! Die Überschrift bezieht sich heute auf… die überraschende Erkenntnis, dass Campino, seines Zeichens Chef der Toten Hosen, vor zwei Wochen auf einem Konzert vom Boss war. In München. Und wer war da noch? Ich. (Nachzulesen übrigens hier)

Nun, wie komme ich überhaupt darauf? Ganz einfach: Gestern besuchte ich erstmals ein Konzert der Toten Hosen – und das definitiv nicht zum letzten Mal!
Die Toten Hosen sind, so las man das in den vergangenen Monaten, älter geworden, poppiger, sie haben eine „Versilbermondigung“, heißt: sie wurden seicht, hinter sich und überhaupt: Früher war alles besser.

Pustekuchen! Zweieinhalb Stunden Krach, Pogo, wildes Rumgetanze, Stimmung, ein bisschen Wehmut, Geschimpfe auf die Bayern, und so weiter. Man soll wirklich nicht meinen, dass die Herren um Campino alle schon munter auf die 50 zu gehen. So viel Elan sieht man nicht alle Tage und so eine enge Hose, wie sie Campino trug und dabei die wildesten Bewegungen vollführte, sieht man auch nicht alle Tage. Geschweige denn hält man es für möglich, dass mann sich in einer solchen Hose bewegen kann…

Herrlich amüsant – und für viele wohl aus heiterem Himmel – kam es, als Campino plötzlich in bester amerikanischer (Sekten-)Manier ein „Can you feel the spirit“ anstimmte und somit den Bogen schlug zum Boss, der zwei Wochen zuvor auf diese Weise dem Publikum einheizte (was da auch bei 5°C bitter notwendig war). Aber um ehrlich zu sein: Das hätte es gar nicht gebraucht. So, wie die ausverkaufte Olympiahalle schrie und tobte, hätte es dieses Spirits gar nicht bedurft. Lustig war’s trotzdem.

Und hat es sich gelohnt? 40€ plus Getränke (zwingend bei solch einem Konzert) sind zwar nicht das billigste, aber lohnend, wenn mann auf komplettes Sich-gehen-lassen Lust hat und auch mal das Bedürfnis verspürt, wild durch die Gegend Pogo zu tanzen 😉

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

P.S.: Um noch etwas mehr Verwirrung zu stiften: Das nächste Konzert, das ich besuchen werde, ist von Zaz. Also wieder was ganz anderes 😉

Spider Murphy Gang – Mir san a bairische Band

Hallo,

die Inkarnation sämtlicher bairischer Klischees, oder soll ich sagen: Aller Münchner Klischees?
„Mir san a bairische Band“ steht für all das, was landläufig als typisch münchnerisch angesehen wird: Schickeria, leichter Dialekt, totale Überheblichkeit, eine Spur Patriotismus, ein Quäntchen Nepotismus, und und und…

Wieso dann dieses Lied? Weil es stimmt? Naja, München hat sich seit den späten 1970er, frühen 1980er Jahren dann doch etwas verändert, aber wie sehr? Das bleibt jedem selbst überlassen… 😉

Fröhliches mitsummen,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Einmal Bruce Springsteen und zurück

Hallo,

es tut mir Leid, aber der Reisebericht muss doch noch einmal verschoben werden, weil: Erlebnisse eines Bruce Springsteen-Konzerts müssen einfach erzählt werden 😉

Wie kam’s überhaupt so weit, dass es mich auf dieses Konzert verschlug? „Interessiert Dich das?“ „Was?“ „Ein Bruce Springsteen-Konzert. Wollen wir da hin?“ „Wie jetzt? Ja klar!!“ „Gut. Gebucht.“ So ähnlich jedenfalls lief es ab und, auch wenn ich ehrlich gesagt kaum Lieder von The Boss kenne, es hat sich wirklich gelohnt. Trotz Regengüssen, jetzt triefender Nase und auch sonst eher Freiluft-Konzert-abträglichen Bedingungen. 😉

Aber von vorne. Das Konzert begann um 19.00Uhr im fast ausverkauften Olympiastadion in München. Einziges Problem: Das Wetter. Hatten wir uns zuvor noch dafür entschieden, dass man keine Decke und auch keine Regenschutzhosen brauchte, so erwies es sich als… unangenehm, nicht zumindest eine Decke zu haben, es war einfach unschön windig und ziemlich verregnet. Springsteen fuhr mit Viertelstündiger Verspätung in großen, schwarzen Büsschen vor. Was einigen als unbedingtes Muss in Sachen Coolness erschien, erschien mir als pure Verschwendung. Aber gut.

Das Konzert begann und ich musste doch etwas grinsen, denn er begann nicht mit einem seiner eigenen Stücke, sondern mit Creedence Clearwater Revicals „Who’ll stop the rain“. Wenn das nicht Understatement ist… Generell spielte Springsteen an diesem Abend recht viele Lieder, die nicht aus seiner Feder stammen und überraschte mich dadurch. Der Boss schaffte es, trotz Regen, eine wirklich gute Show abzuliefern, auch dadurch, dass er immer wieder Kinder und Frauen (keine Männer!) und sogar ein nettes Trio (zwei Mädels, ein Junge) auf die Bühne hohlte und „Waitin‘ for a sunny day“ singen ließ… Kein Wunder, dass selbst die Ränge irgendwann tanzten (oder lag das nur am schlechte Wetter um sich warm zu halten?). Schade war allerdings bei aller Lobhudelei, dass die Tonabmischung, wie bei so ziemlich jedem Konzert, nicht sonderlich gut war: Aber OK, was erwartet man auch von einem Stadion-Konzert?

In jedem Fall war es ein Konzert, dass bei mir unter „Es war eiskalt, aber doch irgendwie gut, obwohl ich nicht so viel kannte“ abgespeichert werden wird. Der etwas höhere Preis von 77€ geht auch in Ordnung, denn dafür erhielt man fast vier Stunden Musik satt und einen Bruce Springsteen, dem es sichtlich Spaß machte, groß aufzuspielen…

So, der Reisebericht kommt noch, keine Sorge 😉
Auf bald,
Ihre/Eure Allics

P.S.: Das Video ist Pay Me My Money Back

Öfter mal ‚was Neues

Hallo!

Wer erinnert sich noch an den gigantischen Stromausfall in Nordamerika vor einigen Jahren? Zwei, drei Tage ging nichts mehr: Weder Aufzüge noch Kühlschränke, weder Drehtüren noch Radios…

Und heute? Heute hat eine Explosion in einem Umspannwerk große Teile Münchens lahm gelegt. Zwar nur für etwa eine halbe Stunde (teilweise auch länger), aber schon diese kurze Zeitspanne zeigte, wie abhängig wir von technischen Automatismen geworden sind. Menschen blieben in Aufzügen stecken, Garagen waren nicht zu öffnen, U- und S-Bahnen konnten nicht länger fahren – die Mobilität wurde fundamental eingeschränkt.

Wirklich? Statt dem Aufzug hätte man die Treppe nehmen können (bei 14. Stockwerken durchaus diskussionswürdig, aber es geht ums Prinzip – und die Gesundheit!), statt elektrischer Rolltore hätte man mechanische Tore einbauen können und statt U- und S-Bahnen könnte der geneigte Stadtmensch ebenso laufen oder radeln.

Das Problem ist aber schnell ausgemacht: Zum Einen der Faktor „Zeit“. Wir glauben, dass mit Technik alles schneller und besser wird, was aber nicht immer stimmt. Zum Anderen der Faktor „Innerer Schweinehund“ (aka Bequemlichkeit). Wer will schon in der Kälte laufen, wenn er sich mit zig anderen Menschen ein stickiges U-Bahnabteil teilen kann? Wer will schon die Treppe hochlaufen, wenn man den Aufzug nehmen kann? Wer will schon auf seine Tiefkühlpizza oder das Fertiggemüse verzichten?

Ja, Technik ist nicht immer das Beste. Ich bin nicht gegen Technik, ich nutze sie jeden Tag. Aber es sollte uns, trotz Zeitmangel u.ä. wichtig sein, auf unsere Gesundheit zu achten. Mit ein bisschen mehr weniger Technik tun wir uns einen großen Gefallen und machen uns weniger abhängig von ihr.

 

Noch einen schönen Tag,
auf bald,
Ihre/Eure Allics