Fotogalerie

Hallo,

seit einiger Zeit schon fallen mir immer wieder Bilderserien in Onlineportalen auf, die mehr als nur ein wenig interessant, bzw. spannend sind.

Wer sagt, dass Mode immer nur für junge Hüpfer sein muss? Wer sagt, dass U-Bahnhöfe furchtbar trist und immer nur überfüllt sein müssen? Wer sagt, dass Musiker nur Musik können (nicht machen, können)? Eben. Beispiele gefällig?

Advanced Style *klick* ist kein ganz unbekannter Blog im deutschen Feuilleton, immer mal wieder wird auf den New Yorker Fotografen Ari Seth Cohen verwiesen, der ausschließlich Damen und Herren über 60 fotografiert, die durch ihren extravaganten, unaltbackenen Stil auffallen, ja richtige Paradiesvögel sind. Das ist nicht nur nett anzusehen, sondern auch beeindruckend. Aber nicht mehr der Lobhudelei, das kann man auch im Feuilleton lesen. Einfach anschaun. Lohnt sich!

In der Süddeutschen stolperte ich neulich über eine Bilderserie des Fotografen Micha Pawlitzki, der u.a. U-Bahnhöfe in der Nacht fotografiert. Menschenleer und alles andere als bieder! Wie offensichtlich ist schon die Architektur, wenn wir tagein, tagaus durch die Bahnhöfe getrieben werden auf der Hast nach der nächsten Bahn? Diese Bilder, die jetzt auch in einem Bildband gesammelt veröffentlicht wurden, zeigen, wie streng symmetrisch und futuristisch Bahnhöfe sind. Wer einen Blick riskieren will, wird hier fündig!

Last but not least… Bryan Adams. Jaja, schon klar. Dass der fotografiert, und das sogar ziemlich gut, ist nichts neues. Dennoch. Seine Bilder sind meist in schwarz-weiß gehalten und zeigen doch alles. Der Charakter so manches großen Stars wurde von Adams mehr als treffend getroffen. Kleine Kostprobe gefällig? Beim Stern wird mann/frau fündig.

 

So, das war sie, meine klitzekleine Fotogalerie. Aber das ist ja noch lang nicht alles. Für heute aber schon

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Paul Auster – Die New York Trilogie

Hallo,

vor einiger Zeit las ich bei Katja von Aboutsomething eine Rezension von Paul Austers New York Trilogie – und ich war gebannt, weil Katja dieses Buch als so wunderbar beschrieb. Neugierig setzte ich dieses auf meine Leseliste und nach einiger Weile kaufte ich es mir.

Doch bevor ich meine Eindrücke darlege, eine kurze Zusammenfassung: Wie gesagt, ist die New York Trilogie eine Trilogie von drei kürzeren Geschichten, die zunächst keinen Zusammenhang zu haben scheinen. In allen dreien geht es ums Suchen, Finden und Gefunden werden – verpackt als kleine Kriminalgeschichten. Stadt aus Glas handelt von Daniel Quinn, einem Schriftsteller, der durch einen mysteriösen Anruf in eine Geschichte hineingezogen wird, die für ihn zur Obsession wird. Immer mehr verliert er sich im Suchen nach Stillman, einem angeblich verückten Religionsforscher und wird doch nur Opfer einer Geschichte, die keine ist. Verrückt? In erster Linie dicht, aber langweilig. Es ist spannend und doch nicht, fesselnd und anödend in einem.

Die zweite Erzählung ist eben so eine Geschichte vom Suchen und Finden und vor allem eine, die von der Obsession des Beobachtens erzählt. Die Handlung ist nicht großartig, aber es wird doch recht deutlich, wie fixierend, wie besessen wir sein können.

Auch in der dritten Geschichte, die im Gegensatz zu den ersten beiden durchaus eine nette Handlung hat (ja, wiederum eine Kriminalgeschichte) und einen recht großen Bezug zur Literaten-Szene aufweist beschließt den Ring der Trilogie – und löst diesen zumindest Ansatzweise auf.

Wie man sieht, beinhaltet meine Zusammenfassung fast nichts. Woran das liegt: Die Handlung ist fast nicht existent. Aber ich vermute, darum geht es Auster auch gar nicht. Es geht ihm wohl eher um die Stimmung, die New York verbreitet, um die Stimmung, die durch die Nicht-Handlung erzeugt wird, und: Den Menschen. Es geht um den Menschen in seiner Verzweiflung, weil er nicht weiß, ob das Tun, das ihm andere auftrugen, sinnvoll ist, weil es sie an die Grenzen treibt, ja darüber hinaus. Ob es einen Lichtblick gibt? Dafür muss man das Buch in seiner Gänze lesen und sich selbst überwinden.

Mir ist nicht ganz klar, warum dieses Buch so hoch gelobt wurde und immer noch wird. Ich fand diese Trilogie zeitweilig doch sehr langweilig und anstrengend. Jedoch ist positiv anzumerken, dass die Menschenstudien und die Atmosphäre, die Auster vermittelt, sehr dicht und ansprechend sind.

Wer also den Versuch wagen will und sich gerne auf Experimente einlässt, dem sei diese Trilogie empfohlen!

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

Paul Auster, Die New York Trilogie, rororo, 9,99€ – gibt’s beim Buchhändeler Eures Vertrauens 😉

Zitat am frühen Morgen (14.06.13)

 

Berlin-Mitte ist nicht das wahre Leben.

Sigmar Gabriel

Hallo,

heute mal das Zitat am Abend am frühen Morgen. Tja, da hat er nu‘ einmal wirklich recht, der Siggi, seines Zeichens SPD-Vorsitzender. Blöd nur, dass München-Marienplatz, Frankfurt-Willy Brandt Platz, Stuttgart-Villa Reitzenstein oder New York-Times Square auch nicht wirklich das wahre Leben ist… Alles ist irgendwie stilisiert und lebensnah und trotzdem lebensunwirklichklich. Also: Wo ist das wahre Leben? Was ist das überhaupt? Irgendjemand eine Idee?

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Woody Allen – Manhattan (1979)

Hallo,

vor zwei Jahren sah ich im Kino Midnight in Paris – und war gefangen. Weniger von der Handlung, als von den wunderschönen, atmosphärischen Bildern. Ein Jahr später sah ich From Rome with Love und war wiederum von den Bildern gefangen.

Und nun fand ich gestern Manhattan. Ich fing gleich an, diesen mir anzusehen… und bin leider noch nicht fertig (heute Abend aber dann). Trotzdem: Auch Manhattan zeichnet sich durch schöne Bilder aus, die New York mehr als nur treffend charakterisieren: Das hektische Treiben, der Sport, die Bauarbeiter, die schönen Frauen hinterherschauen, die Beschaulichkeit, die einen vergessen macht, dass man in einer solch großen Stadt ist und natürlich: Die Intelektuellen.

Da ist Isaac (gespielt von Woody Allen – es kann nur sein Alter Ego sein, wenn nicht er unter anderem Namen), der, momentan mit einer bildhübschen und intelligenten 17-jährigen (Mariell Hemingway) zusammen, sich in die Affaire seines besten Freundes, der, bien sure, verheiratet ist, verliebt (Diane Keaton). Selten habe ich einen Charakter wie der von Keaton gespielte gesehen, der mir so auf die Nerven geht, mit ihrem „Ich bin aus Philadelphia!“ und dem als solches wohl überzeichnetem (oder ist das die Realität?) Pseudo-Intelektuellengehabe. Und dann ist da noch Jill (Meryl Streep), die Ex-Ehefrau Nr. 2 von Isaac, die ein Enthüllungsbuch über die gemeinsame Ehe schreibt und zu allem Überfluss auch noch lesbisch ist…

Der Plot mag vielleicht 0815 wirken, es durchaus auch sein. Doch der Fokus ist nicht so sehr auf den Plot gelegt, als vielmehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen per se. Wer mit wem, wann und warum? Kann es sein, dass man glücklich verheiratet ist und trotzdem nebenbei Affairen hat? Schon nach zwanzig Minuten drängte sich bei mir der Verdacht auf: Die sind doch alle unfähig! Wie kann man sich hinter so schrecklichen Phrasen wie „Meine Ehe ist wundervoll und ich liebe meine Frau über alles, aber das mit Tracy ist etwas besonderes!“ verstecken?
Für mich entlarvt Woody Allen in Manhattan die Unfähigkeit dieser Clique, sich zu binden, aber auch die Sinnleere des allzu klugen Geschwafels New Yorker Intelektueller, die von Literatenkaffee zu Ausstellung zu Parks weiterziehen…

Ach ja, die Bilder… die sind wirklich schön und verklären New York zu dem, was wir sehen wollen. Eine größere Hommage gibt es wohl nicht…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Photomontag(e)

Hallo!

Jaja, das Leben hat mich wieder. Zumindest bis Sonntag… 😉 Bis dahin tue und lasse ich was ich will. Was das heißt? Ich lese, sportel ein wenig, schlafe lange und erledige die Sachen, die sich in der letzten Zeit angesammelt haben. Fast schon Frühjahrsputz…

Nun, wieso Photomontag(e)? Weil ich heute über drei wirklich bemerkenswerte Photoserien stolperte, die ich Ihnen/Euch nicht vorenthalten möchte.

Bryan Adams als FotographJa, das ist keine Erfinung meinerseits, sondern überaus ernst! Momentan gibt es sogar eine Ausstellung in Düsseldorf, die sich dem Fotographen Adams widmet. Im art magazin bin ich über eine Reihe von Impressionen (hier geht’s zur Bildergalerie) seines Werks, bzw. der Ausstellung gestolpert. Ich muss sagen: Beeindruckend, wie er die Queen vergnügt-unbeschwert ohne jeglichen Klamauk inszeniert!
Die Ausstellung geht noch bis 22.Mai und ist im NRW Forum zu sehen.

U-Bahnbau der besonderen Art
New York fasziniert mich nicht erst seit gestern, deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Bildergalerien, die sich um den Big Apple drehen, von mir bevorzugt angeklickt werden… Aber dennoch: U-Bahnen? Was ist denn daran sooo interessant? Gar nix. Interessant ist, dass die Größenordnungen etwas, nunja, größer sind als sonst. Die Bilder der Metropolitan Transportation Authority (MTA) zum Neubau einer Entlastungsstrecke sind fast monumental-karg, aber zeugen durchaus von einer gewissen Bitterkeit. Denn: Wissen wir wirklich, was wir Mutter Erde damit antun? Und hier gibt’s den Beweis.

Das Leben in fünf SekundenKarikaturen sind ja doch immer etwas zweischneidig. Sie können wortwörtlich ziemlich in die Hose gehen und in Gewalt münden, oder sie können es auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffen, wenn man auch informationslastigere Grafiken einrechnet, wie etwa SMS von gestern Nacht oder Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt.
Nun also Das Leben in fünf Sekunden… was soll ich sagen? Es fängt morbider an, steigert sich und bringt mich dazu, dass ich laut auflache, mich wundere über die Darstellungsweise, das Denken beginne (ist nicht so, dass ich es sonst nicht täte) und und und…
Sodelle, jetzt muss ich aber doch noch etwas arbeiten. Kann ja nicht angehen, dass frau den ganzen Tag faulenzt 😉

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Die fünfte Fassade

Einen wunderschönen guten Tag,

wünsche ich allen! Nachdem ich mich gestern etwas eingehender mit Büchern beschäftigte, möchte ich heute ein paar Bilder in Buchform vorstellen, die mich an einen Reise zu Beginn des Jahres erinnern: Im Frühjahr besuchte ich New York, eine Stadt, die man wohl schlecht als Stadt bezeichnen kann, eher als Beton-Biotop.

Wieso schreibe ich „Beton-Biotop“? Nun, selten erlebt man eine Stadt, der so sehr alles Natürliche fehlt, in welcher man vergisst, dass es Natur gibt, dass Jahreszeiten sich ändern. Sicherlich, auch im Big Apple gibt es Grünflächen, Bäume und Blumen. Aber sie wirken eher wie Zierrat. Auch der größte Park der Stadt, der Central Park, erscheint bei näherem Hinsehen wie eine große Betonwüste mit Begrünung.

Betrachtet man NY von oben, dann sieht die Stadt, die niemals schläft anders aus. Die fünfte Fassade, so bezeichnet der Fotograph  Alex MacLean die Dächer New Yorks. Diese zeigen ein grüne(re)s Bild der Stadt. Über den Dächern von New York stellt die andere Seite der Beton-Stadt dar und beweist, dass „grün“ auch relativ zu verstehen sein kann: was der New Yorker unter „Begrünung“ versteht, fiele hier eher unter verkümmerter Balkon eines Plattenbaus Anno 1950.
Die Fotographien sind v.a. dahingehend gelungen, als dass sie zeigen, wie sehr wir Menschen die Natur um uns brauchen, wie sehr wir nach ihr streben und trotz aller Bemühungen um Effizienz, Rationalisierung und Rentabilität das „Grüne“ nicht aus unseren Städten verbannen können, weil wir dessen bedürfen.

Fazit: Der Bildband, der im Schirmer/Mosel Verlag (München) erschienen ist, ist mit 49,80€ nicht günstig, gerade für jüngere Jahrgänge. Dennoch wird ein guter, neuer Blickwinkel auf New York erschlossen, der es wert ist, gesehen zu werden. Wer sich für New York, Architektur und ein kleines bisschen Gartenbau interessiert, sei dieser Bildband wärmstens empfohlen.

 

Auf bald,

Ihre/Eure Allics

Leland Bobbé

Jeder ist wohl schon einmal einer Drag-Queen begegnet und war vielleicht irritiert, verwundert oder auch begeistert. Für mich sind solche Begegnungen ein Erlebnis. Diese Männer, die durch ihre Stilisierung zu Kunstobjekten mehr Mut beweisen als Max und Maria Mustermann, fallen mit ihrem extremen Make-up, ihren Perrücken und ihrer extravaganten Kleidung auf. Sie fallen auf in einer Welt, die darauf bedacht ist, nicht aufzufallen.

Zufällig stieß ich heute bei der Süddeutschen Zeitung auf die Bilderserie Half-Drags des amerikanischen Fotographen Leland Bobbé. Diese Reihe von Photographien, die die Drag-Queens teils als Drag-Queens, teils als „normale“ Männer zeigt, zeugt von außerordentlicher Sensibilität und einer – für mich – erstaunlichen Schönheit. Bobbé schafft es, die Künstlerinnen, die sich z.B. „Maddelyn Hatter“ oder „Azraea“ nennen, in dem Zwispalt zu zeigen, in dem sie sich befinden: sie sind zwischen Kunst und Realität gefangen. Dieser Blick hinter die „Kulissen“ eines menschlichen Kunstwerks ist unheimlich spannend und faszinierend.

Ich kann jedem empfehlen, sich diese Bildergalerie anzusehen und sich sein eigenes Urteil zu bilden!

Wer mehr über Leland Bobbé erfahren möchte, tut dies am besten auf seiner Blogseite.

Einen schönen Abend noch, auf bald,

Ihre/Eure Allics