Zitat am Abend (26.09.2013)

 

Zeit eilt, teilt, heilt.

Dt. Sprichwort

Hallo,

na, auch schon darüber nachgedacht, welche Jubiläen, egal ob ruhmreich oder weniger, nächstes Jahr anstehen? Nein?

Im nächsten Jahr gedenken wir, oder besser gesagt: erinnern wir uns an:

  • 200 Jahre Wiener Kongress
  • 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkrieges
  • 75 Jahre Beginn des Zweiten Weltkrieges
  • 65 Jahre seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland
  • 60 Jahre Wunder von Bern und
  • 25 Jahre Fall der Berliner Mauer.

Wie das mit dem Sprichwort zusammenhängt? Ganz einfach: Wir müssen erkennen, wie schnell die Zeit eilt – uns entschwinden beispielsweise immer schneller die letztenÜberlebenden des Zweiten Weltkrieges. Die Zeit heilt viele Wunden, aber nicht alle. Die deutsche Trennung ist seit fast 25 Jahren Geschichte – aber auch in der Realität? Zeit teilt: Freundschaften, Familien – nichts ist ewig.

Dieses Sprichwort ist kurz, prägnant und unendlich weise. Ob wir uns allerdings dessen Inhalt bewusst sind, ist fraglich. Machen wir ihn uns also immerwieder aufs Neue bewusst!

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

Wohnzimmer-Report

Hallo,

heute gar nicht so viel, sondern nur ein kleiner Link, der mich vor einiger Zeit sehr bewegt hat. Es geht um Familienportraits aus der DDR.

Christian Borchert, so der Name des Fotographen, besuchte Mitte der 1980er Jahre unzählige Familien und portraitierte diese. Mitte der 1990er Jahre besuchte er die Familien wieder und machte erneut ein Foto. Die leider schon vergangene Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft – Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-1989“ zeigte eine Auswahl dieser Bilder mit teils frappierenden Unterschieden.

Borcherts Bilder zeigen auf sehr eindrucksvolle Art und Weise, wie sich Familien ändern. Mal wächst die Familie, mal altert sie „nur“, mal dividiert sie sich und erscheint zehn Jahre später gänzlich neu… Zugleich zeigt diese Fotoserie, wie sich Zeit per se ändert, d.h., wie sehr sich Mode ändert. Ja, eigenlich keine Überraschung. Aber es zeigt doch, wie wandelbar wir sind…

Ich empfehle diese Fotoserie sehr und nochmehr, einen Blick in die eigene Fototruhe, sei sie nun digital ode analog, zu werfen. Es lohnt sich!

Wer Interesse an einem kleinen Einblick in diese Fotoserie hat, der kann bei einestages unter diesem Link: http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a25945/l0/l0/F.html#featuredEntry fündig werden.

 

Viel Spaß beim Stöbern und schöne Christi Himmelfahrt!

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Fundstück (29.04.13)

Sex ist Erlösung durch Überwindung von Vereinzelung.

Christoph Ahlers

Hallo nochmals,

tja, was man nicht alles findet, wenn man die Zeit liest. Dieses Fundstück stammt aus dem Interview Vom Himmel auf Erden – und hat tatsächlich Anklänge an Kirche, Heil und ÄhnlichesAuch wenn der Artikel nichts wirklich neues beinhaltet, so ist doch die fast kindlich-prosaische Sprache des Herrn Dr. Ahlers erstaunlich, bedenkt man die Tendenzen, Sexualität immer roher und kalt darzustellen…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Time hurts

Hallo!

Es gab einmal, vor nicht allzu vielen Jahren ein Lied mit dem Titel „Love hurts“. Ja, die tut wohl auch weh. Aber die Zeit noch vielmehr. Das zumindest war meine Feststellung, als ich gestern Abend auf meinem USB-Stick längst verschollen geglaubte Bilder wiederfand.

Zunächst war da die Freude, die Bilder, die Teil meiner Erinnerungen sind, gefunden zu haben. Begeistert fing ich an in diesen herumzustöbern, voller Enthusiasmus durchwühlte ich die Ordner, die so viele Bilder aus Brüssel, Berlin, New York oder Südtirol enthielten.
Doch nach dem ersten Ordner machte sich ein ziemlich ungutes Gefühl in mir breit und stimmte mich doch sehr traurig.

Es ist klar, dass wir nicht jünger werden, dass Freundschaften entstehen und wieder vergehen, dass Erinnerungen eben nur Erinnerungen sind und dass wir im Laufe der Zeit eine gewisse Unbeschwertheit, ja (kindliche) Unschuld verlieren. Leider. Mich hat dies gestern sehr schockiert, diese Entwicklung unmittelbar vor Augen zu haben, zu sehen, wie scheinbar unzertrennliche Freundinnen sich nunmehr neutral gegenüberstehen, zu sehen, wie „einfache“ Gebäude mich in Wut und bodenlose Enttäuschung stürzen können, wir wir uns verändert haben: Die Haare nicht mehr rot, sondern naturbelassen, die Haare statt kurz wieder schulterlang, das ein oder andere Kilo verloren, den Glanz in den Augen wiederentdeckt und doch verloren.

Ja, time hurts. Ja, Bilder haben eine ungeheure Kraft über uns. Ja, wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber die Zukunft.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Wer braucht schon Bildung?

Hallo!

Heute möchte ich mal wieder am Thema Bildung, besser gesagt: Dem Niedergang des Bildungsbürgertums, widmen.
Wieso? Bei der Lektüre eines Interviews mit dem Leiter des Manesse Verlags, Horst Lauer, in der Online-Ausgabe der Zeit (hier  geht’s zum Interview), stieß ich auf einen Satz, der von der Eruption des Bildungsbürgertums und damit des sich Auflösens bestimmter Bildungsideale handelte – und mich sehr an meine eigene Zerrissenheit erinnerte.

Nun, was ist das Bildungsbürgertum? Lauer charakterisiert dieses durch Grammophon-Schallplatten und den obligatorischen Weltliteratur-Kanon (natürlich gänzlich gelesen). Das ist aber nicht Alles, denn zum Bildungsbürgertum gehören ebenso Bildungsreisen quer durch Europa oder Opern- und Theaterbesuche dazu, um nur zwei weitere Charakteristika zu nennen.

Und heute? Heute ist diese Spezies, die sich auf Latein und Griechisch, auf Geschichte und Philosophie, auf Hildegard Hamm-Brücher wie auf Augustinus oder Hans Küng versteht, am Aussterben. Zumindest in unserer Gesellschaft, die alles immer schneller und besser machen will.

G9? Zu lang! Diplom und Magister? Entspricht nicht den europäischen Maßstäben! Sicherheit? Ist ‚was für Spießer! Goethe lesen? Weckt Erinnerungen an schulische Unterdrückung! Kirche? Alles pädophile Spinner!

Ist das alles nun verkommen? Ist es überhaupt wichtig, sich in der Weltgeschichte auszukennen, auch wenn man z. B. Physik studiert hat? Ja, ist es! Denn nur, wenn wir wissen, woher wir kommen, können wir in die Zukunft blicken und aus der Vergangenheit lernen.
Ist es wichtig zu wissen, dass das Frankfurter Umland die Romantik maßgeblich prägte? Sicherlich muss man nicht wissen, in welchen Häusern Goethe, die Arnims und Brentanos lebten, aber dass Wiebaden, Aschaffenburg, Hof Trages und eben Frankfurt Schauplätze der Romantik waren, das durchaus.
Muss man wissen, auf welchen Säulen Europa fußt? Ja, das sollte man – nämlich der Akropolis, dem Kapitol und Golgota – damit uns bewusst wird, was Europa im Kern ist.

Und ja, ja und nochmals ja! Bildung ist wichtig und bedeutet gerade heute, dass man über den eigenen Tellerrand blicken und einen Blick für das Gesamte entwickeln muss. Wir sind immernoch nicht so weit, wie es sich ein Kant oder ein Lessing vor über zweihundert Jahren wünschten, dass wir aufgeklärt uns selbst aus unserer Unfreiheit befreien können, dass wir selbstbestimmt und aufrecht unseren Lebensweg gehen.

 

Und wie sieht es mit mir aus? Ich bin, weiß Gott nicht, eine Intelektuelle, wie eine Freundin mich neulich fragte, auch wenn ich ins klassische Bildungsbürgertum hineingeboren wurde.  Ich spüre vielmehr die Zerissenheit in mir, einerseits nach alten Idealen zu streben und andererseits mich dem Zeitgeist zu beugen. Bildung ist für mich das Alpha und das Omega, aber… wer braucht schon Bildung?

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Party(-nicht-)kracher

Hallo,

ich soll etwas verrücktes machen? Nunja, Zeit dazu hab‘ ich nicht – aber das fordert das Verrückte ja eigentlich nur noch mehr heraus, oder?

Partys sind nicht so mein Ding. Tanzen auch nicht. Und Alkohol schon mal gleich gar nicht. So mögen mich viele wahrnehmen und haben damit durchaus recht… Andererseits: Partys können super werden, Tanzen ist auch nix schlimmes (wehe, wenn ich losgelassen – aber das gilt wohl bei jeder/m 😉 ) und der Alkohol, der gehört in Maßen eben dazu. Das geht gerade aber alles nicht, aus verschiedenen Gründen. Bis es aber so weit ist, kann ich mir immerhin die Musik anhören und im stillen Kämmerlein vor mich hinsingen und -tanzen.

Viel Spaß bei dieser kleinen Auswahl!

  1. Madonna – Music
  2. ABBA – Summer Night City
  3. Deichkind – Leider geil
  4. Boney M. – Sunny
  5. Klangkarussel – Sonnentanz
  6. Maroon5 feat. Christin Aguilera – Moves like Jagger
  7. Elton John – Crocodile Rock
  8. Beyonce – Single Ladies
  9. Scatman John – Scatman
  10. Jet – Are you gonna be my girl?

So könnte ich jetzt munter weiter Lieder rauskramen, die mir justament gut gefielen, aber was nutzen tausend Lieder, wenn die richtigen Leute fehlen?

 

Einen schönen Abend noch,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Bücherdilemma

Hallo,

ich habe ein Problem, ein sehr großes sogar: Mein Bücherlesestapel wächst und wächst und ich komme einfach nicht mehr hinterher diese alle zu lesen…

Das Dilemma besteht zunächst darin, dass immer wieder neue tolle Bücher in den Bücherläden meines Vertrauens zu finden sind, andererseits aber in erster Linie darin, dass ich kaum noch Zeit zum Lesen finde. 😦
So grausam es auch ist, vorhin zwang ich mich im Bücherladen die beiden Bücher, die ich ausersehen hatte, eines davon war Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere (hier gibt’s mehr Infos), wieder zurückzulegen. Jetzt stehen die beiden Bücher auf einer noch länger gewordenen Bücherwunschliste auf meinem Handy….

Es ist ja nicht so, dass man nicht lesen würde – momentan lese ich drei Bücher parallel, aber Wunsch und Realität sind nicht in Einklang zu bringen. Bevor ich neue Bücher kaufe, und das werde ich sicherlich in bälde tun, sind noch gute zwanzig Bücher zu lesen. Aber, ja aber… Da kommt noch ein anderes Problemchen hinzu: Manche Bücher kaufe ich nur deswegen, weil ich sie haben möchte. Das sind nicht zwangsläufig Klassiker, sondern Bücher, die mich justament ansprechen, reizen und neugierig machen. Ich fange sie an zu lesen und dann kommt die Enttäuschung: Tot langweilig, unmöglicher Schreibstil oder einfach nur gerade in diesem Moment nicht das richtige Buch…
So harren in meinem Bücherregal u.a. die Autobiographie von Peggy Guggenheim, Jeffrey Eugenides‘ Liebeshandlung oder so manch Krimi ihrer Zeit gelesen zu werden…

Nundenn, was tu‘ ich blos?

Auf bald,
eine in Gedanken versunkene Allics