Buchzitat

Das Leben ist ein Berg. Solange man steigt, sieht man den Gipfel und fühlt sich glücklich. Aber wenn man oben ist, dann erblickt man plötzlich den Abstieg und das Ende, nämlich den Tod. Der Aufstieg geht langsam, aber der Abstieg geht schnell. In Ihrem Alter ist man fröhlich. Man erhofft so vieles, was übrigens nie eintrifft. In meinem Alter erwartet man nichts mehr … außer dem Tod.

Maupassant, Bel-Ami, insel taschenbuch, 1977, S. 155.

Hallo,

momentan lese ich Maupassants Bel Ami. Ein Buch, das seit vier Jahren sehnsüchtig darauf wartet, gelesen zu werden. Als ich es damals in einem Antiquariat fand, war ich sehr davon angetan, jedoch nie so angetan, dass ich es wirklich lesen wollte. Irgendwann landete es dementsprechend im Bücherregal und wartete. Nun aber, vor einer Woche, sprach ich mit meinem Vater über das Wirrwarr im Bücherregal (siehe Vom Suchen und Finden). Über die Vielzahl an Büchern, die man ja lesen könnte, die man nicht habe und möglicherweise gezielt nachkaufen solle, und über Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden. Darunter: Bel-Ami von Maupassant. Für mich Anlass, dieses Buch endlich zu lesen…

Mittlerweile habe ich gut die Hälfte des Buches gelesen und bin durchaus angetan. Die Sprache ist klar, vermittelt den Charme der 1880-er Jahre und besticht immer wieder durch Lebensweisheiten, wie etwa obiges Zitat. Einerseits widert George Duroy, der Protagonist, mich doch an; aus einfachen Verhältnissen stammend, versucht er sich in den bürgerlichen Kreisen Paris‘ mit Charme und Galanterie zu etablieren, jedoch ohne wirklich irgendetwas zu machen. Andererseits zeichnet das Buch ein Bild dieser Zeit, welches authentisch ist und immer wieder erheiternd ist. Darüber hinaus werden damals aktuelle und wichtige Themen, v.a. die Kolonien und der richtige Umgang mit diesen, angesprochen. Ich bin gespannt, was das Buch noch bereithält!

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

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Zitat am Abend (31.03.2014)

Wohlstand ist das Durchgangsstudium von der Armut zur Unzufriedenheit.

Helmar Nahr (*1931), dt. Mathematiker u. Wirtschaftswissenschaftler

Hallo,

ehrlich gesagt: Ich verstehe das Zitat auch nach x-maligem Lesen nicht. Also schon. Aber nicht so ausgedrückt. Gleichwohl ist es ein sehr schönes Zitat und erklärt sehr simpel, warum Bhutan ein umso vielfaches glücklicheres Land ist, wie es Deutschland ist. Wohlstand macht nicht zufrieden, auch nicht wirklich glücklich. Bekanntlich liegt das Glück vielmehr im Kleinen als im ganz Großen – das zeigen viele Studien, aber auch dieses simple und stringente Zitat.

Wohlstand sollte dennoch nicht Unzufriedenheit oder innere Armut bedeuten. Wohlstand sollte heißen: Wohl stehen, sich wohl fühlen. Vielleicht machen wir uns das wieder verstärkt bewusst…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Zitat am Abend (11.12.2013)

Die größte aller Torheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für was es auch sei.

Arthur Schopenhauer (1788-1860)

 

Hallo,

Schopenhauer hat Recht. Ohne Wenn und Aber. Wir sollten uns viel öfter in Erinnerung rufen, dass unsere Gesundheit mit das wichtigste im Leben ist. Leider ist uns das meist erst dann wieder bewusst, wenn der Notarzt vor der Tür steht…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

Zitat am Abend (01.11.2013)

Wir sind noch nicht mal an der Startlinie zur Informationsgesellschaft. Aber es gibt diese Sorge in den Industrieländern, ob sie die richtige Infrastruktur haben, das richtige Ausbildungssystem und den Unternehmergeist, der erforderlich ist, um bei diesem Rennen eine führende Rolle spielen zu können.

Bill Gates

Hallo,

muss man diese Sentenz großartig erklären? Nein. In Zeiten von #Neuland, NSA und Internet 3.0 ist es vielmehr wichtig zu erkennen, dass wir, die achso informierte Mediengesellschaft, nicht kompetent sind, nicht fähig, die uns dargebotenen Chancen zu nutzen und entstehende Problemfelder anzugehen. Dazu fehlt uns der (Wage-)Mut. Leider.

In diesem Sinn,
auf bald,
Ihre/Eure Allics

Blue October – Into The Ocean

I want to swim away but don’t know how
Sometimes it feels just like I’m falling in the ocean
Let the waves up take me down
Let the hurricane set in motion… yeah
Let the rain of what I feel right now…come down
Let the rain come down

 

Hallo,

ein schönes Lied, oder? Dieses Lied begleitet mich nun schon seit einigen Jahren. Nicht, weil ich es die ganze Zeit rauf und runter wie ein Mantra hören könnte. Sondern, weil es mich in bestimmten Momenten mitnimmt, mich da abholt, wo ich bin.

Es ist ruhig, stürmisch, melodisch und vom Text her überzeugend – nicht viele Lieder können von sich behaupten, dass sie in irgendeiner Art und Weise zeitlos sind, sieht man von den Klassikern ab. Blue October schaffen es also mit diesem Lied nie aus der Zeit gefallen zu sein. Ob das daher rührt, weil sie parallel zum Mainstream laufen und gleichzeitig Mainstream sind? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich diese Musik mag 😉

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

 

 

Ohne Worte

Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen.

Marcel Reich-Ranicki

 

 

Hallo,

heute kann ich nicht anders, als Marcel Reich-Ranicki zu zitieren. Warum steht außer Frage…

Wie wohl so viele habe auch ich mein ganz persönliches „Reich-Ranicki-Erlebnis“, das mich der Hochkultur, bzw. der Weltliteratur näher brachte: Es war vor etwa zehn Jahren, als eine wirklich letzte Sendung des Literarischen Quartetts im ZDF lief. Anlass war der 200. Todestags Schiller. Streitthema war Schillers Kabale und Liebe. Wie gefesselt und doch bodenlos gelangweilt saß ich, die mich Weltliteratur so gar nicht interessierte, vorm Fernseher… die Streitbarkeit der vier, allen voran Reich-Ranickis und Karaseck, beeindruckte mich schwer – von der Profundität einmal ganz abgesehen.
Und was machte ich? Ich schnappte mir den dicken, schweren Schinken „Gesammelte Werke“ und suchte, bis ich Kabale und Liebe fand und verschlang. Von vorne bis hinten, von der ersten bis zur letzten Zeile. Selten habe ich auf Grund eines Streitgesprächs ein Buch so gelesen wie dieses, welches sich mir auch, bzw.: vor allem wegen Marcel Reich-Ranicki eingeprägt hat.

Fazit: Was soll ich sagen? Ich verbleibe ohne Worte.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Neue Reihe?

Hallo,

heute mal etwas ganz neues. Zumindest hier bei mir. Wie viele andere Blogs es bereits tun, möchte ich hier in Zukunft immer mal wieder Ausschnitte aus Büchern vorstellen, die mich gerade bewegen, mich begleiten oder fasziniert zurücklassen. Wie’s dazu kommt? Öfter ‚mal ‚was neues! 😉

„Was ist denn das?“, fragte er.
Die Schrift in dem Buch war seltsam klotzig, mit leserlichen, aber unnatürlich eng gedrängten Buchstaben. Und sie war unnatürlich gleichmäßig. Jeder Buchstabe sah aus wie der andere, ob er am Beginn, in der Mitte oder am Ende eines Wortes stand.
[…]
Seltsam. Dem Buch fehlte jede Persönlichkeit. Keine menschliche Hand hatte diese Zeilen geschrieben. Keine menschliche Hand hatte diese Zeilen geschrieben. Es war leblos, alles das Gleiche. […] Nur die nackte Tinte und der gefühllose Abdruck einer mechanischen Walze. Sogar der Geruch war anders.
„Ich denke, dadurch wird es mich noch schneller langweilen“, bemerkte Kip. „Das macht ein Buch so … ermüdend.“
„Es wird die Welt verändern.“
Nicht zum Besseren.

Brent Weeks, Die Blendende Klinge, S. 295

So wird es wohl nicht nur Kip, dem Protagonisten ergangen sein, als man im 15. Jahrhundert das erste gedruckte Buch in Händen hielt. Aber einmal ehrlich: Geht es uns nicht allen so, dass, schlagen wir ein funkelnagelneues Buch auf, den unvergleichlichen Geruch von Druckerschwärze und holzigem Papier erschnuppern? Dass wir gebannt sind von der Akuratesse der einzelnen Buchstaben und sind verwirrt, wenn die Druckerschwärze unvermittelt schwächer wird, ein Buchstabe aus der Reihe tanzt oder sich gar eine Zahl in ein Wort eingeschlichen hat…

Und die zweite Erkenntnis: Der Buchdruck hat die Welt verändert. Aber wirklich zum Schlechteren? Das ist hier die Frage…

Auf bald,
Ihre/Eure Allics