Lesestapelliste

Hallo,

endlich Osterzeit! Und endlich Zeit, meinen ziemlich hohen Lesestapel anzugehen. Was darauf liegt? Insbesondere Bücher von Autoren, die mir momentan gut gefallen; etwa Hemingway und Knausgard. Daneben noch ein Frankreich-Krimi, Weihnachtsüberreste und viel zu viele Englische Bücher aus den letzten Insel-Urlauben… Schande über mich!

Jedoch überwiegt die Freude, jetzt etwas Zeit und Muße zu haben, diesen Stapel anzugehen. Neugier und Erwartungen sind definitiv gute Begleiter, sich in diese Lesewelten zu begeben.

Und was ist jetzt konkret in diesem Lesestapel?

  • Hemingway – Fiesta
  • Knausgard – Spielen (wird gerade gelesen)
  • Knausgard – Leben
  • Walker – Reiner Wein
  • Díaz – Das kurze Leben des Oscar Wao
  • Lynch – Die Lügen des Locke Lamorra
  • Martin – The Blood King

… und noch einige mehr… aber das sind die wichtigsten für den Moment 😉

Mal schauen, wie weit ich in den nächsten zwei Wochen komme!

 

Alles Liebe und eine ruhige Karwoche,

Allics

Hallo!

 

 

… sagt eine, die sich seit ziemlich langer Zeit fragt, was sie schreiben soll. Und ob das überhaupt jemanden interessiert?

Jetzt, da ist sie älter geworden, lenkt sich immer noch erfolgreich von der eigentlichen Arbeit ab und hofft, dass sie eine Idee hat.

Hat sie eine? Schwierig. Sie könnte da weiter machen, wo sie aufgehört hat zu schreiben: Weiter mit den Videos, Kurzrezensionen zu Büchern und Filmen, den heiß und innig geliebten Zitaten am Abend.

Macht sie das? Sie versucht’s auch jeden Fall.

 

Bis bald,

Eure Allics

 

Zitat am Abend (16.10.2014)

Und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen,
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

Meister Eckhart (1260-1328)

Hallo,

morgen steht ein Abschied von einer liebgewonnen Nachbarin an, die wegzieht und zu neuen Ufern aufbricht.
In den letzten Tagen war es spannend, manchmal auch beängstigend zu sehen, wie sie alles in Kisten räumt und ausräumt. Wie leer doch plötzlich alles war! Wie viele Kisten überall herumstanden, bis oben hin gefüllt mit allem, was sich in einem Studentenleben so ansammelt.

Da kommt man unweigerlich selbst ins Grübeln: Wie das bei mir wohl aussieht, wenn ich gehe und mein bisheriges Leben in Kisten verpacke? Ob ich wohl auch so viele Dinge entrümpeln werde? Verschenke ich überflüssiges und mache anderen damit eine Freude? So viele Fragen…

Als ich eben nun darüber brütete, was man jemandem mit auf den Weg gibt, den man nun doch schon eine Weile kennt. Mir kam dieses Zitat von Meister Eckhart, dem spätmittelalterlichen Theologen und Philosophen unter. Ja, manchmal erkennt man aus dem Nichts heraus, dass etwas Neues beginnt, beginnen muss. Selbst wenn man lange gezweifelt hat, ob das alles so richtig war. Dann erkennt man, dass es doch zauberhaft ist, sich ins Unbekannte, ins Neue zu stürzen, mit offenen Augen.

Ich glaube, das ist etwas, das ich meiner Freundin mit auf den Weg geben will. Aber vielleicht auch uns anderen in Erinnerung rufen will.

Pitbull – Fireball

 

 

Hallo,

normalerweise bin ich nicht so die Stimmungskanone. Normalerweise. Aber Pitbull im weiteren Sinne und dieses Lied, Fireball, im speziellen, animiert doch recht heftig zum mittanzen. Und mitlachen. Immer wieder frage ich mich, welche Lieder ich in diesem Lied zu erkennen glaube. Und wie viele Stilrichtungen! Einfach grandios. Klar, für viele wird es Trash sein, aber mal im Ernst: Das Leben ist nicht nur Champagner und Feuillton, sondern auch Bier und Bild.

Bei guter Laune und beim Hinwegträumen in ferne Urlaubsparadiese gerade das richtige!

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics

Queen – Who wants to live forever?

 

Hallo,

so langsam neigen sich auch die längsten Ferien dem Ende entgegen… Die Schränke müssen wieder geräumt werden, es stellt sich die Frage, was mit muss, was nicht mehr mit kann, und wann man gen Arbeit aufbricht… Umrahmt wird diese Phase mit Queens Who wants to live forever. Etwas melancholisch, etwas pompös – genau das richtige!

Auf bald,
ich widme mich wieder dem Packen 😉
Ihre/Eure Allics

Exillyrik: Stefan Haym – Ich aber ging über die Grenze

Ich aber ging über die Grenze

Meinen Vater sperrten sie ein,
Meines Bruders Hand nahmen sie,
Sagten: „Das sind Proletarierhände? Haha –
Und dein Bruder, der Hund will das Wort
Führen für sie?“
An meiner Mutter Schrei’n
Kehrten sie sich nicht.
Kehrten sie sich nicht.

Ich aber ging über die Grenze.
Über die Berge, da noch der Schnee lag,
auf den die Sonne brannte durch die dünne Luft.
Und der Schnee drang ein in meine Schuhe.
Nichts nahm ich mit mir
Als meinen Haß.

Den pflege ich nun,
Täglich begieße ich ihn
Mit kleinen Zeitungsnotizen
Von kleinen Morden,
Nebensächlichen Mißhandlungen
Und harmlosen Quälereien.

So bin ich nun einmal.
Und ich vergesse nicht.
Und ich komme wieder
Über die Berge, ob Schnee liegt,
Oder das Grün des Frühlings die Höhen bedeckt,
Oder das Gelb des Sommers, oder das dunkle Grau
Des Herbstes, der den Winter erwartet.

Dann steh‘ ich im Lande, das sich befreien will,
Mit einer Stirn, die zu Eis geworden
In den Jahren, da ich wartete.

Dann sind meine Augen hart, meine Stirn zerfurcht,
Aber mein Wort ist noch da, die Kraft meiner Sprache
Und meine Hand, die des Revolvers
Eiserne Mündung zu führen versteht.

Über die Straßen geh ich der Heimatstadt,
Über die Felder, die mir verloren gingen,
Auf und ab, auf und ab.

Wir werden nicht martern.
Wir sind nicht Bestien in Menschengestalt;
Aber ohne Lächeln werden wir sein,
Ohne Versöhnung.

Dies und jenes hat man getötet in uns,
Das wird sich rächen -,
Ob wir wollen oder nicht.

Meinen Vater sperrten sie ein.
Meines Bruders Hände betasteten sie,
Wie der Metzger befühlt das Maul der schlachtreifen Kuh.
Und an meiner Mutter Schrei’n,
Meiner Mutter Schrei’n,
Kehrte sie sich nicht.

 

Hallo,

selten habe ich ein Gedicht gelesen wie dieses. Stefan Haym (auch Heym geschrieben, 1913-2001) packt in dieses Gedicht alle Verzweiflung, allen Mut, den er in sich trug. es verdeutlicht, wie das lyrische ich, welches mit Haym gleichzusetzen ist, einerseits an seiner Heimatstadt hängt, doch aus ihr vertrieben wird, wie ihm die Familie genommen wird und was dies mit ihm anstellt: Zwar reüssiert er, keine „Bestie in Menschengestalt“ zu sein, aber, so stellt er fest, ist er gebrochen, ohne Lächeln, ohne Versöhnung. Was dieses Massaker an seiner Familie, bzw. mit ihnen, den Überlebenden der Shoa machen wird, das ist nicht klar. Dass es aber sie verändern wird, ist klar.

Stefan Hayms Gedicht Ich aber ging über die Grenze ist ein Gedicht, das unter die Haut geht.

 

Auf bald,
Ihre/Eure Allics